03-17 Bergweltenweg-Ultra

Dieser Weg wird kein leichter sein

Heute hat Ute ihren ersten Lauf auf einem Wanderweg im heimischen Teutoburger Wald organisiert. Der Bergweltenweg ist 7,5 Kilometer lang und hat es mit 260 Höhenmetern in sich. Er wurde sechsmal absolviert.

Ein Blick zurück

Am 10.1. hat mir Ute diesen prachtvollen Weg vorgestellt. Vorab: Es lag Schnee, die Strecke war total vermatscht und die versprochenen Aussichten endeten nach 25 Metern im tristen Nebel. 

Wir steigen in Amshausen in den Wanderweg ein. Der Weg am Waldrand geht ja noch, aber dann links ab und die erste Steigung in den Wald. Alles Matsche! Wir gehen. Ich weiß nicht wie man hier laufen soll. Bergab findet man noch weniger Halt. Ich verlasse den Weg und schlage mich rechts durch die Büsche. Man, man, man! Hund Abbey hat auch schon eine andere Färbung erhalten. Je höher wir kommen, umso mehr Schnee liegt.

Die Steigung hinauf zur Schwedenschanze ist 1,3 Kilometer lang und brutal steil. Gefühlt endet diese Steigung nicht. Oben auf dem Kammweg angekommen, fertig? Denkste, links ab und noch ein heftiger Berg. Die Läufer werden jubeln! Endlich die Schwedenschanze auf Höhe 306 Meter. Es ist eisig. Mir kommt der Spruch von Heinrich Heine in den Sinn: „Viele Steine, müde Beine, Aussicht keine. Heinrich Heine.“ Passt 100%ig

Ute, Schneemann und Abbey

Nun weiter auf Kamm dem Hermannsweg folgen. Der steinige Abstieg ist steil und saugefährlich. Danach versuche ich, der knöcheltiefen Matsche auszuweichen, was mir nicht gelingt. Das Eiswasser steht in den Schuhen, bah! Ute gibt mir den passenden Tipp: „Es gibt auch wasserdichte Schuhe mit GoreTex-Material“. Grummel! Mehrmals kann ich einen Sturz gerade so vermeiden. Gerne hätte ich hier 4 Füße, wie die Colliehündin Abbey, der das hier alles viel mehr Spaß macht als mir.

Ute strahlt: „Nun geht es schön bergab!“ Das wäre ja wirklich fein, ja, wenn man es laufen könnte. Immer wieder suche ich die schlammärmste Variante, zudem muss ich aufpassen, dass es mich nicht von der Strecke haut, denn dann geht es 100 Meter tief hinab mit 50% Gefälle. Die Läufer werden in stehende Ovationen ausbrechen (sofern sie nicht liegend irgendwo in der Pampe kleben). Einzig positiv: Mit dem Höhenverlust werden auch die Schneereste geringer. Endlich unten folgt ein Wiesenweg, der leicht hängt, auf dem meine Schuhe keinen Halt finden. 250 Meter mit der jederzeitigen Gefahr, dass es mir die Beine weghaut. Alter Schwede! 

Ein Wiesenweg, ein weiterer Hügel, ein viel zu kurzes Stück auf einer Straße (endlich laufen) und über einen Wiesenweg zu einem Parkplatz, der laut Ute Start/Ziel sein wird. Noch eine Steigung und über verschlammte Waldwege hinab zum Ausgangs-punkt. Ich habe fertig. Der Hund benötigt mindestens zwei Durchgänge inklusive Unterbodenwäsche in einer Waschstraße. 

Mein Fazit dieser Begehung: Eine sauschwere Strecke über 45 Kilometer mit rund 1.560 Höhenmetern. Die Matsche macht es noch heftiger. Bich schon gespannt auf die Resonanz der Teilnehmer. 

Ute ist da ganz anderer Ansicht: Die Strecke ist schön! Termin wird der 14.3. sein und im März, da ist es trocken und die Wege werden gut zu laufen sein. 

Heute, 14. März

Utes Prognose mit dem Wetter im März, eine echte Fehldiagnose! Es ist wie am 10.1., nur ohne Schnee.

Ab 6:50 Uhr wartet Ute auf die Starter. Sie möchte jeden persönlich begrüßen und Aufkleber (42,195) sowie das Finisher-Bier verteilen. Der erste Lauf, bei dem es das Finisher-Bier vor dem Start gibt. Ob Ute denkt, dass die Läufer nach einer Runde die Biege machen werden? 

Ute dreht am Rad

Um 8:25 Uhr kommt Frühstarter Gerd von seiner ersten Runde. Sein Kommentar: „Uwe, das ist eine schöne Strecke, nur schwer, sehr schwer“, und macht sich auf in die zweite Runde. 

Start

Uhren starten und los geht es für Ute und Uwe. Es regnet. Mir ist saukalt vom Warten, also laufe ich auch einige Anstiege, damit mir warm wird. Die Strecke ist besser zu laufen, als befürchtet. Auch Passagen, die ich im Januar für nicht laufbar hielt. Bald lässt der Regen nach. Dort wo im Januar noch Holz zur Abfuhr lag, befindet sich nun ein See mit Abfluss über den Weg. Ein Balanceakt. Die Steigung hinauf zu Schwedenschanze, ja ist lang aber nicht mehr sooo steil wie im Januar. Hier kann ich die Stöcke einsetzen. Die Sicht von oben ist auch heute schlecht. Wird sich aber später bessern. Hier oben weht ein leichter Wind bei nur 3°, der mich schnell frieren lässt. Also weiter.

Überall wo die Streckenführung nicht ganz klar ist hat Ute noch weitere Beschilderungen angebracht. Verlaufen ist somit ausgeschlossen. Nach dem Regen und der zunehmenden Nutzung der Wege, werden diese immer tiefer. Der Anstieg zur Schwedenschanze wird immer länger. Alter Schwede! Die Sicht wird etwas besser, nun kann man bereits vermuten, dass sich da unten Landschaft befindet. 

ein Genuss!

Lob von Überholern

Wir nehmen nun im Abstieg am kleinen Hügel Emil die Variante rechts durch den Wald, um der Matsche etwas aus dem Weg zu gehen. Da folgen gleich einige Kollegen. Wir werden ab jetzt häufiger überholt oder treffen Kollegen (auf Entfernung) am Parkplatz. Alle sind voll des Lobes über diese tolle Strecke. Das hätte ich mir am 10.1. nicht vorstellen können.

Teuto Run & Run

Oben auf dem Kammweg treffen wir dann auch Sonja und Detlef. Sie wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen. 

Zurück am Parkplatz an der Friedenshöhe haben wir die Hälfte. 25 km in 3:44 Stunden. Wir werden jede Runde langsamer! Alter Schwede!

Matsch-Eng-Stelle

Eine besonders heftige, seifige Stelle bringt Läufer in Verlegenheit und, wie wir beobachten können, Spaziergänger zu Verzweiflung. Erstmals kommt für wenige Sekunden die Sonne durch. Bald folgt aber ein kurzer Schauer. Mit jeder Runde gewinne ich an Erfahrung, auf welcher Seite die Matschstellen möglichst leicht zu passieren sind. Das lange Gefällstück lässt sich nun schon gut laufen, da ich immer die gleichen Spuren verfolge.

In der 4. Runde glaube ich, Halluzinationen zu haben. Schaut mich da ein Reh an aus der Schwedenschanze?

Einschätzung geändert!

Je häufiger ich diese Runde laufe, umso besser gefällt sie mir. Meine Bedenken vom 10.1. sind erledigt. Die Runde ist eigentlich ganz kurzweilig. Wenn man die Steigungen hinter sich hat, läuft man noch etwas H-Weg, biegt links ab und ist schon bald zurück am Auto. 

Wer lange läuft, dem scheint die Sonne. Wer hätte das gedacht. Das motiviert! Endlich eine Aussicht an der Schwedenschanze!

Ein letztes Mal durch die Matsche und steil hinauf zur Schanze! Oben an der Berghütte ein Foto ins Tal in südlicher Richtung, auf dem nun endlich viel Landschaft zu sehen ist. Für solche Momente laufe ich.

Als ich dann ein Foto in nördlicher Richtung mache, sehe ich, dass von Dort neues Unheil droht. 

Wir laufen weiter und sind bereits bis auf 1 Kilometer an das Ziel herangekommen, als das prickelnde Graupelschauer uns voll erwischt. Das ist aber nicht so schlimm, denn bald sind wir im Ziel. Die Uhr zeigt genau 45,00 km und 1.549 Höhenmeter an. Alter Schwede!

Einige Stimmen zum Lauf

Liebe Ute,
noch mal herzlichen Dank für den tollen Lauf und die Mühe, die du dir mit der Organisation und der Strecke gegeben hast🙏. War alles super  zu finden und sehr abwechslungsreich mit eingebautem Matschparcours! Ich habe 6:48 Std. genossen👍👍👍.
Hallo Ute, deine Bergweltenrunde war ein Traum und sehr anspruchsvoll!!Alle Finisher, unsere ´bekloppteń´ Mitläufer, haben eine tolle Leistung vollbracht. Schon alleine 6 x die Schwedenschanze rauf- und runter zu laufen. würden die meisten Deutschen als geisteskrank bezeichnen. Kompliment an Ute! Super organisiert, Kennzeichnung optimal !

Wiederholungsgefahr: Nach dem großem Lob wird dieser Lauf sicherlich fortgeführt werden. Auf Grund der besonderen Schwere könnte es ein Kultlauf werden!