7.2.26 TTT Teufelskanzel

 Tunnelweg-Teufelskanzel-Trailmarathon – Ein Trail über Schnee und Eis!

Nach einem kurzen Briefing von Gerno machen sich die etwa 60 Starter pünktlich um 9:00 Uhr bei plus 1° auf den Weg. Der Radweg ist fast eisfrei. Wir biegen ab in den Wald und stehen im Schnee! 10 Zentimeter!

Der Tunnel wartet auf seine Besucher!
Stau am Eingang wegen Erinnerungsfotos!
Kein Wasser im Tunnel!

Im Tunnel ist es wider Erwarten trocken! Wir hatten nach dem leichten Tauwetter gestern einen kleinen Bach erwartet. Vor mir duckt sich Stefan durch den Tunnel. Auch am Ausstieg gibt es keine nassen Füße, da hatte Gerno doch zuviel versprochen. 

Tunnelausgang – Vorsicht Steinschlag!

Nach dem Tunnel steht der Anstieg auf den Sponberg an. Auf dem vereisten, rutschigen Weg kommen wir kaum voran. Da wir dann noch den Ausstieg zu der Treppenanlage verpassen, quälen wir uns zum Schluss gefühlt senkrecht hinauf.

Nach dem Tunnel ist vor dem Anstieg!

Endlich oben haben wir einen schönen leider sehr diesigen Blick auf das Werratal und Witzenhausen.

Blick ins Werratal

Nach dem Ausblick geht es bald bergab und hin zur stillgelegten Bahntrasse, die überwunden werden muss. Der Aufstieg ist schwierig, da die Vorläufer den Anstieg rutschig hinterlassen haben. Der Abstieg ist dann aber doppelt schwierig. So rutschig, es gibt kein Halten! So manch einer nutzt seinen Hosenboden für die Rutschpartie. Weiter geht es zurück zur DEULA. Nach 7,7 Kilometern haben die Kurzstreckler hier ihr Ziel erreicht.

Ich stärke mich am Auto und gehe als Letzter auf die lange Schleife. Bei Kilometer 10 ist Ende des Asphalts und der erneute Beginn von Eis und Schnee. Meine beiden Vorläufer legen hier ihr Ketten an, da bin ich gerne mit dabei. Die Yaktracks hatte ich letztmalig bei der Brockenchallenge an den Füßen. Weiter geht’s mit einem guten Gefühl an den Füßen durch die Winterlandschaft. 

Die Spuren neben der Strecke zeugen von einigen Ausrutschern

Die Ketten sind besonders im Abstieg oder wie hier bei hängendem Gelände sehr hilfreich. Immer wieder sehe ich Abdrücke von abgerutschten Läufern im Schnee. Nach dieser Passage steht der Aufstieg zur Burg Ludwigstein auf dem Programm.

Burg Ludwigstein
Blick zur Burg Hanstein auf der Bergkuppe

Oben an der Burg kommt ganz kurz die Sonne raus, aber schon 2 Minuten später es ist wieder bedeckt. Im folgenden, sehr schweren Abstieg sind wir zu viert: Chrissy, Katica und Marco sind bei mir. In Werleshausen finden wir den VP und stärken uns. Swen trifft ein, er hat die folgende 13 km Runde bereits fertig: „Sauschwer, sehr tief und sehr glatt!“, berichtet er. Während er Richtung Ziel rennt machen wir uns auf den Weg auf die Runde zur Teufelskanzel. Nach 200 Metern stelle ich fest: Meine Stöcke stehen noch am VP. Mist, also zurück! 

Der KOLONNENEWEG auf 1 Kilometer gewinne ich 300 Höhenmeter!
Alter Schwede! 25% bis 30% Steigung!!

Nun entlang der Werra Richtung Lindewerra. Bald bin ich in Thüringen. Der Kolonnenweg biegt nun links ab. Der Spaß beginnt. Von der Werra bis oben zur Aussicht sind es 1,3 km und 250 hm, wobei die Steigung immer weiter zunimmt. Endlich oben! Eine kurze Pause muss sein für den Blick ins Werratal, von wo der Aufstieg begann. Aber ich muss weiter. Ich bin noch immer nicht ganz oben. Ein Single-Schnee-Trail führt weiter bergauf. Hier waren nur wenige Leute vor den Läufern, die Spur ist nicht fest. Große Vorsicht, bloß nicht umknicken!

Junkerhöhe – hier liegen > 20 Zentimeter Schnee!

Der höchste Punkt unserer Strecke: die Junkerhöhe auf Höhe 511 Metern NN. Markiert mit einem Holzhindernis. Danach geht es 1,5 Kilometer mitten durch den Wald, immer schön der Spur folgen! Bis zur Teufelskanzel verliere ich etwa 60 Höhenmeter. Als ich etwas tiefer komme spüre ich, dass es taut. Die feuchten, seifigen Stellen werden mehr. Schnee, Eis und Sulz wechseln sich ab. Konzentration ohne Ende! Felsen tauchen auf und ich erkenne die Hütte an der Kanzel, da eine Funzel leuchtet. Kurz vor der Funzel biege ich rechts ab und komme durch den Schnee zum Felsen.

Teufelskanzel

Die Stufen auf den Felsen sind total vereist. Aber mit den Yaktrax ist es kein Problem. Oben ein Foto mit Aussicht und vorsichtig wieder runter vom Felsen. Ein Blick zum Handy zeigt, der Akku ist bald leer. Also kurze Pause an der Hütte und die Powerbank mit dem Handy verbinden. Pling, das Handy lädt!

Nur schwach zu erkennen – die Werraschleife

Weiter geht’s. Abwärts und durch Senken, in denen sich Schmelzwasser sammelt. Ich bin froh, dass ich die wasserdichten Socken genommen habe! Inzwischen habe ich 4 Läufer hinter mir gelassen, da ich mit den Ketten gut bergab laufen kann.

Ganz kurze Auflockerung Blick nach Osten, Thüringen
Burg Hanstein

Nächster Halt Burg Hanstein. Ein Foto und dann abbiegen. Es geht zurück, hinab nach Werleshausen, wo ich den VP erneut anlaufe. Kurzer Plausch mit Gerno und Jens und dann weiter, nur noch 9 Kilometer. Dieses Mal mit Stöcken!Es folgt der letzte Anstieg, in Serpentinen geht es hinauf zur Ebenhöhe. Oben gibt es eine schöne Sicht auf Burg Ludwigstein. Dort war ich vor Stunden!

Blick auf Burg Ludwigstein

Auf der Ebenhöhe liegt im Schatten wieder viel Schnee. Es ist hier kälter, der Schnee knirscht. Die Sonne verabschiedet sich so langsam. Endlich in Unterrieden!

Werrabrücke in Unterrieden, bald ist es geschafft!

Die Werrabrücke etwa 1,5 Kilometer vor dem Ziel. Meine Yaktrax habe ich ausgezogen, denn sie drücken nach 6 Stunden doch etwas im Zehbereich. Im Ziel, endlich! Geschafft! Ohne Sturz! Welch ein Lauf! Alter Schwede! Nun ist Erholung angesagt! Auf einen Start morgen beim Haferberg-HasenmühleUltratrail werde ich verzichten!

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