| Datum | Ort | Veranstaltung | Km | Link | Ausrichter |
| 09.09. | Lengerich | 40. Haus Vortlage Marathon | 42,5 | Vortlage | Uwe |
| 12.09. | Coesfeld | 1. Baumberge Ultramarathon | 45,7 | Baumberge | Ute, Uwe |
| 19.09. | Lienen | 4. Holperdorper BergUltraTrail | 46,5 | Lienen | Uwe |
| 25.-27.09. siehe unten | Triple ABGESAGT Strecken gesperrt Bereich Aachen, Eifel | Schwelbrand im Hohen Venn Rauchbelastung Dreiländer Triple Ultra Ein, zwei oder drei Läufe möglich | je 45 km | Vaals (NED) Eupen (BEL) Nideggen (GER) | Ute, Uwe |
| 25.09. | Dissen | 4. Fernsehturm Steinegge Ultra | 45,3 | Nolle | Ute, Uwe |
| 26.09. | Ibbenbüren | 10. Dörenther Klippen UltraTrail | 45,6 | Klippen | Ute, Uwe |
| 27.09. | Hasbergen | 1. Erzsteig über Hüggel-Gipfel Ultra | 46,2 | Erzsteig | Ute, Uwe |
| 18.10. | Lengerich | 8. Lengericher Ultratrail | 46 | Herbst | Uwe |
| 25.10. | Hagen a. TW. | 9. Borgberg UltraTrail | 43,3 | Borgberg | Uwe |
| 31.10. | Osnabrück | 4. Gut Sutthausen Ultramarathon | 45 | Sutthausen | Irina, Uwe |
| 01.11. | Altenbeken | 1. Viadukt Ultramarathon vom 27.6. wegen 36° Hitze verschoben | 45 | Altenbeken | Ute, Uwe |
| 07.11. | Werther | 2. Ultramarathon rund um Werther | 47 | Werther | Ute |
| 15.11. | Osnabrück | 4. Georgsmarienhütter O (Null) | 47,7 | Null | Uwe |
| 21.11. | Ibbenbüren | 2. Kletterfelsen Brumleytal Ultra-Trail | 50 | Felsen | Detlev, Uwe |
| 29.11. | Münster-Hiltrup | 1. Hohe Ward – Werse Ultramarathon | 46 | Werse | Jenny, Uwe |
| 12.12. | 34396 Liebenau-Niedermeiser | 1. Rund um den Langenberg Ultra | 54 | Langenberg | Melanie |
| 24.12.-3.1. | Winter-Ultra-Lauffestival 11 Ultras – optional mit Wertung „+3 aus 11“ | 11 Tage – 11 Ultra-Marathon-Läufe optional Wertung Kilometerleistung ab 3 und mehr Läufe | Urkunde ab 3 Läufen | Uwe, Ute | |
| 24.12. | Wallenhorst-Rulle | 4. Wassermühlen Ultra in Rulle | 46,8 | Wasser | Friedhelm, Andreas, Uwe |
| 25.12. | Münster | 4. Vom See zum Schloss Ultramarathon | 45,2 | Aasee | Uwe |
| 26.12. | Hasbergen | 2. Silbersee-Hüggel UltraTrail | 45 | Silbersee | Uwe |
| 27.12. | Westerkappeln | 1. Megalithgrab Sloopsteene Ultramarathon | 46,9 | Steine | Uwe |
| 28.12. | Ibbenbüren | 10. Dörenther Klippen UltraTrail | 45,6 | Klippen | Uwe |
| 29.12. | Halle/Westf. | 7. Schloss Tatenhausen Ultramarathon | 45,6 | Schloss | Ute |
| 30.12. | Hasbergen | 1. Erzsteig über Hüggelgipfel UltraTrail | 46,2 | Gipfel | Uwe |
| 31.12. | Rheine | 1. Emsauen Rheine Ultramarathon | 45,6 | Rheine | Uwe |
| 2027 | 2027 | 2027 | |||
| 01.01. | Lengerich | 9. Lengericher Ultratrail am Neujahrstag | 46 | Neujahr | Uwe |
| 02.01. | Osnabrück | Gut Sutthausen Ultramarathon | 45 | Sutthausen | Irina, Uwe |
| 03.01. | Osnabrück | 8. Eversburger Gewässer Ultra | 45 | Eversburg | Uwe |
| 06.02. | WIZ=Witzenhausen | 5. Tunnelweg-Teufelskanzel-TrailUltramarathon | 45,6 | Teufel | Gerno, Uwe |
| 07.02. | WIZ-Kleinalmerode | 4. Haferberg-Hasenmühle-UltraTrail | 45 | Ultra | Gerno, Uwe |
| 27./28.02. | WIZ-Kleinalmerode | 6. Meißner Doppeldecker | 42, 42 | Meißner | Gerno, Uwe |
| 17.04. | Senden | 3. Venner Moor Ultramarathon | 45,5 | Moor | Nicole, Uwe |
| 02.05. | Lengerich | 8. Dyckerhoff Steinbruch Marathon | 42,7 | Trail | Uwe |
| 07.05. bis 14.5.27 | Remerschen (LUX) – Koblenz | 2. Moselsteig Etappenlauf 380 km / 8 Etappen | 380 | Mosel | Ute, Uwe |
| 08.05. | Oerlinghausen | 5. Ultratrail Oerlinghausen | 46 | Uli | |
| 29.05. | Schloss Holte | 6. Rund um Schloss Holte | 50,4 | Uli | |
| 24.07. | Detmold | 7. Rund um Detmold | 57 | Uli | |
| 07.08. | Schloss Holte | 8. Holter Wald Ultra | 45 | Uli | |
| 21.08. | Schloss Holte-Stukenbrock | 1. MOPS Ultra Night Edition | Uli |
04.09. Hermannsweglauf Tag1

Um 7 Uhr fahren die Taxis uns vom Ziel in Bielefeld nach Leopoldstal zum Start. Unser Taxi wirft uns an den Gleisen aus dem Auto und weg ist es. Wir finden keinen Bahnhof, nur ein Stellwerk. Google-Maps sagt, der Bahnhof ist aus der anderen Seite etwa 900 Meter entfernt. Prima! Der Lauf beginnt also mit einer Verlängerung der Strecke! Plus Verspätung. Alle anderen haben den Bahnhof auf Anhieb gefunden! Nach Begrüßung und Briefing von Ute geht es um 8:15 Uhr los.

Gemeinsam mit Natascha mache ich mich auf den Weg. Die Strecke führt sofort hinauf Richtung Velmerstot. Es handelt sich um einen Doppelgipfel, die Schwestern sind Preußische Velmerstot (468 NN) und Lippische Velmerstot (441 NN), Hier oben verlief die Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Fürstentum Lippe. Wir bleiben im Lippischen und umrunden den höchsten Punkt, auf dem ein Gedenkstein thront. 1916 wurde dieser anlässlich der Vermessung aufgestellt. Auf dem Stein findet sich dieser Spruch: „Komm gern zu mir und schone mich, denn alles geschah für dich!“

Der Weg führt nun durch eine herrliche Heidelandschaft mit schönen Ausblicken. Nach einem anstrengenden Abstieg über Stock und Stein und Wurzelwerk, kommt endlich ein breiter Forstweg, den man laufen kann. Bald kommen uns Friedrich und Stefan entgegen, sie haben den Abzweig verpasst. Gemeinsam strunkeln wir den nächsten unwegsamen Singletrail entlang. Kurz nach dieser morschen Brücke verlieren wir die beiden wieder.

Externsteine 4,4 Kilometer zeigt das Schild unser nächstes Ziel an. Wieder aufwärts, abwärts, wieder eine Steigung, leicht ist anders! Über den Knickenhagen kommen wir zu den Externsteinen, die uns ganz oben begrüßen. Nun steil abwärts und schon stehen wir vor der beeindruckenden 40 Meter hohen Sandsteinformation. Kein Wunder, dass dieser Ort die Menschen zu jeder Zeit begeistert hat und von ihnen verehrt wurde.

Noch heute gelten diese Felsen als Kraftort mit geomantischen und spirituellen Eigenschaften. Esoterische Gruppen feiern die Walpurgisnacht und die Mittsommernacht mit festivalartigen Aktivitäten rund um die Steine.

Natascha muss den Lauf hier leider verletzungsbedingt beenden. Sehr schade! Frank wartet an den Steinen und kümmert sich! So gehe ich allein in die nächste Steigung, den Bärenberg. Seit Beginn des Laufes orientiere ich mich an der guten Beschilderung des Wanderweges und nutze keinen Track. Bald hole ich Friedrich und Stefan wieder ein, die einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt gemacht haben. Wir passieren auf Höhe 415 Meter den Gedenkstein „Vogeltaufe“.

Die Sage: Der Abt Anastasius wollte an dieser Stelle lippische Heiden taufen. Als die begleitenden Mönche überfallen wurden, begann die Taufe ohne sie. Bei der Taufe von Abbio von Titomalli zwitscherte plötzlich eine große Schar Vögel fröhlich dazu.
Am folgenden Abzweig weist der Track nach rechts, die Markierung nach links. Wir folgen der Markierung, was uns etwa 1,4 Kilometer Mehrweg einbringt, wie ich am Folgetag bei der Ansicht der Strecke feststellen werde.
Nach einem technischen Halt bin ich wieder allein unterwegs. Der Anstieg zur Adlerwarte Berlebeck ist echt steil. Leider sehe ich keine Flugkünstler, denn die Vorstellungen beginnen erst in 15 Minuten.

In einem Hauseingang sehe ich diese Pappkameradin, es kann nicht mehr weit sein bis zum Denkmal. Zur Vorsicht hatte ich Komoot eingeschaltet. Ich folge dem H und schon meldet sich die Stimme: „Du bist nicht mehr auf der Strecke, schau auf die Karte!“ Mist, wieder weicht der Track ab vom H. Also 200 Meter zurück!

Nächstes Ziel: Hermannsdenkmal. Hier treffe ich meine Mitläufer wieder. Wir verlassen die Strecke für ein Foto am Denkmal, so viel Zeit muss sein.


Bei km 22,2 soll der VP1 auf uns warten, meine Uhr zeigt bereits 23 km an!? Es geht abwärts mit einem herrlichen Ausblick ins Detmolder Land. Nur Schade, dass die Sonne nicht scheint! Mehrere H-Markierungen, wir folgen einer zu einem Wassertretbecken. Auch hier: Das war falsch. So sammeln wir Meter um Meter, Umwege!

Endlich tauchen Ute und der VP vor uns auf. Meine Getränke sind schon seit einer Stunde alle, schnell Flaschen auffüllen und viel trinken. Leckere Pellkartoffeln gibt es und Kekse! 25,3 km zeigt meine Uhr! Aber Ute behauptet steif und fest: „Hier ist Kilometer 22,2, wenn ihr dem Track gefolgt seid!“ Mein Fazit: Das wird ein langer Tag heute!

Wir stellen fest, dass der Hermannslauf einen ganz anderen Verlauf hat als der Hermannsweg. Vom Ehberg keine Spur! Dafür passieren wir den Donoper Teich, idyllisch mitten im Wald gelegen. Es folgen Bienen Schmidt, eine Waldwirtschaft mit Biergarten, und die Quelle Rethlage. Leider ist diese auch ausgetrocknet nach der Dürre in diesem Sommer! Wir kommen dann doch auf die Stecke vom Hermannlauf. Wir marschieren den Tönsberg hinauf.

Wikipedia: Das Ehrenmal aus dem Jahr 1930 erinnert an die im Ersten Weltkrieg (1914–1918) gefallenen Soldaten des Königlich Preußischen Königs-Infanterie-Regiments Nr. 145.
Ein Blick nach Norden: Regen verdeckt den Blick ins Land. Erste Tropfen, eine Sturmböe. 15 Sekunden später schüttet es. Kurzer Halt, Regenjacke an. Friedrich kämpft mit seinem flatternden Plastikumhang! Am Kump, einem Rest einer Windmühle vor Oerlinghausen mache ich ein Regenfoto.

Kurz nach Oerlinghausen wartet Ute, bewaffnet mit Regenschirm und Regenzeug, am VP2 auf uns. Wir sind klatschnass, alles ist klatschnass! Nur die Kekse in der Box sind trocken. Weiter, wir müssen weiter! In Bewegung bleiben!
Statt durch das Schopketal laufen wir um einen Berg herum, bis wir an den Lämmershagener Treppen wieder auf den Hermannslaufweg treffen, dem wir nun bis ins Ziel folgen werden. An den Treppen mache ich das letzte Foto. Denn ab hier kämpfen wir mit dem und gegen das Wetter!

Ute meldet sich, an der Sparrenburg findet wohl bald ein Volkslauf statt, es seinen Absperrungen aufgebaut. Ok, das werden wir schon irgendwie schaffen. Sie soll uns nur nicht nachmelden! Dafür reicht die Kraft nicht mehr.
Nach der Gaststätte Eiserner Anton setzt Starkregen ein, begleitet von heftigen Sturmböen! Gegensturm! Alter Schwede! Mein Oberkörper ist nass und kühlt aus. Es bewahrheitet sich: „Der größte Feind des Läufers ist der Wind!“ Eine zweite Regenjacke hilft da sehr! Gut, dass ich immer alles im Rucksack dabeihabe! Bergab begleiten mich kleine rot gefärbte Flüsse. In der Senke steht das Wasser 15 Zentimeter tief, Umgehung Fehlanzeige! Und im folgenden Aufstieg umspielt, überspült braune Brühe meine Schuhe.
Zwei Kilometer vor dem Ziel treffen wir auf die Volksläufer. Der Lauf findet statt, das hatten wir nicht erwartet! Wir müssen uns durch das Feld schlängeln, um auf die Promenade zu gelangen. Es ist ein Feuerwehrlauf. Sehr passend! Es schüttet wie aus C-Rohren!
Noch 1 Kilometer. Wenn wir nun durchlaufen bis zur Sparrenburg, werden wir die Plätze 1 bis 3 in der 10 km Wertung belegen. Aber: Wir wollen ja den echten Siegern die Schau nicht stehlen und machen kurz vor dem Ziel Schluss für heute. Uhr abdrücken, fertig! Etappe 1 mit 3,5 Zusatzkilometern geschafft! Friedrich und Stefan haben sogar plus 4,5 km auf der Uhr! Wir machen uns auf den Weg zu den Autos und klatschen für die vorbeihechelnden Finisher über 10 Kilometer Feuerwehrlauf. Unser Ziel: Raus aus den nassen Klamotten!
30.08. Riesenbecker Panorama UltraTrail
Im März hatte Detlev die Idee zum Riesenbecker Panorma UltraTrail. Im Mai sind wir dann gemeinsam die Strecke abgelaufen. Mein Eindruck damals: „Das kannste so nicht anbieten! So viele schwere Singletrails mit jeder Menge Stolperfallen!“ Und dann dieser so richtig steile Abstieg, bei Nässe nur auf dem Hosenboden rutschend zu bewältigen!“
Aber Detlev blieb bei seinem: „Das-Geht-Schon!“ Die Ausschreibung wird erstellt für den 29.8., drei Runden je 15,1 Kilometer und 270 Höhenmetern (Komoot). Vorsichtshalber kaufe ich zwei 20 Meter lange Seile für diesen Weg in den Abgrund!

Am Donnerstag vor dem Lauf gehen wir die Strecke nochmals ab und markieren mit rotem Kreidespray die Wegführung und Stolperfallen. Wir bringen die Seile am Abstieg an. Für geübte Trailläufer und bei trockenem Wetter sicherlich nicht unbedingt nötig aber in Runde 3 mit müden Beinen doch sehr hilfreich. Nach dem Kontrollgang ändere ich meine Meinung und melde mich noch schnell an, denn die Strecke ist wirklich sehr schön!
Am Samstag starte ich bereits eine Stunde vor den anderen, denn ich werde heute sicherlich lange unterwegs sein! Oben am ehemaligen Steinbruch gibt es die erste Aussichts- und Foto-Stelle.

Dann erholsam bergab. Ich habe vorgestern die Strecke mit markiert und bin doch stellenweise unsicher, wie es denn nun weiter geht. Die roten Markierungen wurden von Gewitterregen gestern arg in Mitleidenschaft gezogen. Als ich zu der Erinnerungsstelle an Heinz Brede komme, weiß ich, dass ich richtig bin.

Weiter bergab, wieder bergauf, wieder bergab. Immer wieder anspruchsvolle Singletrails. Teils ausgewaschene Wege mit überraschenden 40 Zentimeter tiefen Stufen. Höchste Konzentration im Farn-Dschungel!!

Halbzeit, ich bin am Alten Postdamm angekommen, nun geht es zurück. Zunächst einen unscheinbaren Weg finden, der rechts ab und steil hinab führt. Es folgt bald ein herrlicher Wiesenweg!

Immer auf und ab. Höhenmeter gibt es reichlich! Nach dem Lauf werden wie feststellen, dass es nicht 270, sondern 380 Höhenmeter je Runde waren. Alter Schwede! Auf dem Lagerberg erwartet mich ein Drache, ein Foto wert!

Anspruchsvolle Trails folgen und Umwege zum Sammeln von etlichen Höhenmetern. An der Schönen Aussicht findet gerade eine Veranstaltung statt: 100 Jahre Schöne Aussicht. Da sind viele Familien bei Kaffee + Kuchen + Spielen mit dabei.


Der Blick von hier oben Richtung Süden nach Riesenbeck und weit darüber hinaus ist einzigartig. Eine Tafel beschreibt, welche Orte sich in welcher Richtung und in welcher Entfernung befinden.

Nun folgen herrliche Trails über Nadelboden. Hinab zu einer Bank mit Panorama. Und weiter zu der Stelle, die unsere Seile sichern. Ich bin froh, hier gesichert absteigen zu können!

Nach den Seilen folgen noch rund 2 Kilometer auf trailigen Pisten aber ohne die sonst üblichen langen Gefäll- / Aufstiegspassagen. Hier überholen mich Christian und Klaus, die beiden Führenden. Am Parkplatz schaue ich auf die Uhr und bin erstaunt: Rund 15 Minuten schneller als befürchtet. Ich konnte doch mehr laufen als erwartet!
Auf geht’s in Runde 2. Hier habe ich Gelegenheit, noch einige Fotos zu schießen. Bald kommen Detlev und Carsten überholend vorbei. Hallo und Tschüß!



Auch die dritte Runde schaffe ich, obwohl mir die Anstiege ab Kilometer 35 richtig weh tun. Aber egal, das Ende ist absehbar. Für Fotos fehlt mir nun die Motivation! An der Schönen Aussicht wird mir von einer Jäger-Kombo das Signal geblasen: „Sau tot!“ So fühle ich mich auch! Ich armes Schwein muss aber weiter, noch 2,5 Kilometer.
Im Ziel muss ich zugeben, Detlev hatte Recht, es ist eine wunderschöne und auch wunderschwere Strecke. Für trittsichere Läufer, die Trails lieben, sicher genau das Richtige.
Etwas trinken und essen und dann weiter nach Riesenbeck. Ich darf ja auch noch die beiden Seile wieder entfernen. Dafür muss ich nochmals auf den Berg steigen. Bin ich platt! Beim Abknüpfen ärgere ich mich: Warum haben wir die Seile mit sooo vielen Knoten befestigt? Aber irgendwann ist auch der letzte Gordische Knoten gelöst!
Die Rückmeldungen der Teilnehmer sind überaus positiv: „Tolle Strecke!“; „Super Trails!“; „Bin begeistert!“; „Komme wieder!“ Also hat Detlev mit der anspruchsvollen Streckenführung alles richtig gemacht!

Nun hat Detlev schon eine neue Idee: Die beiden Läufe „Riesenbecker Panorama UltraTrail“ und „Kletterfelsen Brumleytal Ultra-Trail“ berühren sind fast am Alten Postdamm. Man könnte sie gut verbinden! Also rund 15 km plus 16 km ergibt 31 km. Das Ganze zweimal laufen. Richtig: Ein UltraTrail über etwa 60 km mit schlappen 1.750 Hm wäre dann das neue Angebot. Termin: Vermutlich im März 2027. Die Planungen werden aufgenommen.
23.08. Ahornweg Ultra 2. Etappe

Gestern stand die 1. Etappe des Ahornweg Ultra über 67 Kilometer an, hier habe ich an zwei Verpflegungsstellen unterstützt. Heute steht die 2. Etappe über 47 Kilometer auf dem Programm und ich kann mitlaufen, da Frank den VP1 bei km 18 übernimmt; Ute betreut den VP bei km 34.
Gemeinsam mit Natascha mache ich mich auf die Socken. Vom Startort Lienen geht es bald steil hinauf zur Waldgaststätte Malepartus. Ein Vorgeschmack auf das, was heute noch so alles kommen wird. Nach 5,7 Kilometern stoßen wir auf den Ahornweg, nun unser ständiger Begleiter.

Wir laufen nun auf dem Schmugglerpättchen, ein Trail auf der Grenze zwischen Preußen und Hannover, heute NRW und Niedersachen, Einfach ist wirklich anders! Bei Kilometer 10 stellen wir fest, dass der markierte Weg geradeaus führt, der Tack jedoch nach links weist. Wir laufen nach Track! Da gesagt wurde „Track vor Markierung“ biegen Natascha und ich links ab. Wir holen Martina, Lars, Friedrich und Stefan ein, die gemeinsam mit uns in der Vorwoche beim HuBuT im Hunsrück waren. Es folgt der Aufstieg zum Borgberg. An der Almhütte bei km 12 genießen wir den Blick hinab auf Hagen a. TW., den Ort, den wir gleich passieren werden. Lars hat die Idee für eine Gruppenfoto. Genial!

Weiter geht es hinab nach Hagen und nach einem Hügel hinunter ins Tal, wo Frank bei km 18 mit dem VP auf uns wartet.

Da es heute mit nur 14° relativ kühl ist, ist der Getränkeverbrauch niedrig. Nach der Stärkung geht es weiter, über einen Bauernhof hinauf Richtung „Achter de Welt“. Wieder sind etliche Höhenmeter einzusammeln! Alter Schwede! Wir passieren den Varusturm, wo Natascha natürlich wieder Fotos machen muss.

Von ganz oben kaufen wir nun bergab nach ganz unten. Im Abstieg sehen wir bereits den nächsten Gegner, den Dörenberg. Mit 331 Höhenmetern wehrt er sich gegen seine Besteigung. Vom ehemaligen Forsthaus führt ein Anstieg mit 20% brutal hinauf. Auf der Höhe belohnt uns ein Ausblick über eine Farnlandschaft nach Georgsmarienhütte.

Noch einen Kilometer gilt es zu steigen, dann ist der Karlsplatz erreicht. Nun moderat weiter bergan Richtung Hermannsturm. Aber erst einmal entscheiden wir uns für den falschen Weg! Nach 150 Metern heißt es umkehren. Nun ist die 6er HuBuT-Truppe wieder beisammen.

Am Hermannsturm verlieren wir Lars und Martina, die sich den Schuh richten muss. Ihre Zehen schmerzen heftig! Die Querung der stark befahrenen B51 erledigen wir gemeinsam mit Friedrich und Stefan. Es folgen leichte Wiesenwege. Bis es wieder aufwärts geht. Mitten im Wald und völlig überraschend türmen sich etwa 80 Treppenstufen vor uns auf. Boah ey! Wer hat sich wohl die Arbeit gemacht, mitten im Wald?
Als ich schon denke, das war’s, kommt doch noch der Anstieg auf den Musenberg. Nix Muse! SEHR anstrengend ist die Rampe hinauf auf den Kamm des Berges. Meine Pumpe ist am Anschlag, ich bin platt, meine Trinkflaschen sind leer. Alter Schwede!

Natascha kämpft sich auch diesen Anstieg mit 25% Steigung hinauf. Diese Strecke soll (lt. Komoot) rund 1.000 Höhenmeter haben. Das glaube ich schon lange nicht mehr!

Endlich oben auf dem Kammweg. Hier gibt es eine grandiose Aussicht plus einen sehr markanten Baum-Rest. Von hier aus führt dies Strecke fast zwei Kilometer bergab bis zum 2. VP bei Kilometer 34,5. Hier warten schon Ute und Frank auf uns. Ich bin so froh, dass ich nun meine Trinkflaschen auffüllen kann. Hier hat Ute einen Zettel platziert: „Heute läuft Uwe seinen 800. M/U!“ Ok, dann wissen ja nun alle Bescheid. Auch egal!
Nun geht es vorbei am Zeppelinstein, hier ist in den 1930er Jahren ein Zeppelin abgestürzt. Weiter Richtung Bad Iburg, nun 4 Kilometer auf der Stecke vom Freeden-Ultra. Kurz vor dem Ort verlassen wir die bekannte Strecke, da wir noch eine Schleife durch Bad Iburg laufen. Dann taucht das Schloss vor uns auf.

Und Schlösser liegen meist oben auf einem Schlossberg. Hier auch! So langsam aber sicher gehen uns die Körner aus. Natascha greift immer öfter zu ihrer Cola im Rucksack und ich bin froh, wieder Iso im Tank zu haben! Wir folgen dem falschen Weg, denn hier treffen die beiden Schleifen des Wanderwegs aufeinander. Fast wären wir in die 67 km Schleife abgebogen! Natascha passt auf und führt und zurück!
Wir verlassen bald den Ahornweg und beginnen den Rückweg nach Lienen. Nach dem langen Anstieg auf dem Hermannsweg, Alter Schwede!, erreichen wir die Landesgrenze zu NRW. Am „Scheipers Pütt“ (Hochdeutsch Schäfers Tränke) verlassen wir den Hermannsweg und folgen dem Weg, den uns Ute ausgesucht hat. Leicht bergab in einem schönen Bogen, wie gemacht für ein letztes Strecken-Foto.

Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel treffen wir Andreas, der nicht sicher ist, welchen Abzweig er nun nehmen soll. Wir nehmen ihn mit und kommen gemeinsam ins Ziel am Freibad an. 47 Kilometer, rund 1.400 Höhenmeter, über 8 Stunden Laufzeit und eine sehr schwere Strecke liegen hinter uns. Natascha und ich sind sehr stolz, es geschafft zu haben, denn dies war kein Kindergeburtstag! Frank und Ute begrüßen uns im Ziel! Andere kommen hinzu, alle wollen nun noch gratulieren!
Bald kommen Friedrich und Stefan ins Ziel. Bei einem alkoholfreien Bier besprechen wir die schwersten Stellen des Laufes und stellen fest: Es waren 1.400, nicht 1.000 Höhenmeter! Wir warten noch auf Lars und Martina. Deutlich später als erwartet kommen die beiden auf die Zielgerade. Martina humpelnd, sie hat sichtlich starke Schmerzen. Aber sie hat gefinisht! Welch eine Energieleistung!

Ute überreicht im Namen des 100 Marathon Club die Urkunde und gratuliert Uwe zum 800. Marathon/Ultra. Mit einem weiteren kühlen, alkoholfreien Getränk geht dieser Ultra zu Ende.
16.08. HuBuT
Ein Lauf gegen die Uhr!
Das Briefing soll um 7:45 Uhr stattfinden und die Teilnahme ist Pflicht. Die Organisatoren beginnen dann um 7:55 Uhr. Und da noch einige Teilnehmer an den WC anstehen, ziehen sich die Informationen in die Länge. Boah ey! Alles das, was schon in der Ausschreibung steht, wird nochmals wiederholt. Ich sitze auf heißen Kohlen, möchte nun endlich los, denn um 17 Uhr schließt der Zieleinlauf. Endlich, um 8:10 Uhr wird runtergezählt, von 10 (ich hatte schon befürchtet von 100!) und es geht los. Das Feld setzt sich in Bewegung.


Schnell bin ich weit hinten im Feld unterwegs, denn Probleme mit dem rechten Sprunggelenk lassen mich vorsichtig laufen. Es geht über viele schmale Pfade durch den Wald. Die Wege sind gespickt mit Baumwurzeln, gute Konzentration ist die Basis für einen sturzfreien Lauf.

Ein Wiesenweg bietet eine schöne Aussicht über die Höhen des Hunsrücks. Nach 9 Kilometern kommt das erste Kletterstück über Felsen, gesichert mit Seilen und Klampen. Inzwischen habe ich mich auf den letzten Platz vorgearbeitet und Anna-Lena hat mich eingeholt, sie macht heute die Besenläuferin.

Mitte im Abstieg preschen die beiden Führenden des später gestarteten 27 Kilometer-Laufes an mir vorbei. Ich staune, mit welchem Tempo sie sich hier in die Tiefe stürzen – ohne zu stürzen! Es folgt eine Passage an einem Bach entlang, mal rechtsseitig, mal linksseitig und immer mal wieder über Stege über das Wasser.




Immer wieder geht es vom Tal hinauf auf den Berg, kurz vor dem 1. VP ein richtig steiles Stück sehr unwegsam empor zur Aussicht auf die Burg Balduinseck und seilgesichert wieder hinunter. Am VP schnell die Flasche aufgefüllt und weiter geht’s durch eine Bahnunterführung gemeinsam mit dem Morsdorfer Bach. Bei Kilometer 16 rechne ich hoch: Wenn es so bleibt, werde ich in 8:25 Stunden ins Ziel kommen. Beruhigend.

Entlang am Bachbett, dann wieder hinauf zu einem Aussichtspunkt, wieder hinab zum Bach, um dann wieder steil hinauf zu einer Schutzhütte auf dem Bergrücken. Steil hinab über sandige, steile Abstiege. Stellenweise muss ich die Hände einsetzen. Alter Schwede! Trails ohne Ende.

Nun weist ein Wegweiser links zum Anstieg zur Geierlay-Hängebrücke. Leider führt die Laufstrecke nach rechts, nochmal hinab zu einem Bach und über einen Wiesenweg. Über mir höre Stimmen! Höre ich schon Stimmen? Kann das sein? Mein Blick hinauf geht zur Hängebrücke, die von hier sehr hoch aussieht. Die Menschen darauf wirken wie Spielzeugfiguren. Nun geht es aufwärts, 100 Höhenmeter! Alter Schwede!

Kurz vor der Brücke überhole ich ein Läuferpärchen. Die Läuferin wird hier an der Brücke den Lauf beenden und sich zum Ziel fahren lassen. Nun bin ich nicht mehr Letzter. Die Brücke ist wie immer gut besucht. 400 Meter lang und 100 Meter über dem Bach führt die Strecke über dieses Highlight. Beeindruckend. Nichts für Leute mit Höhenangst! Alle Läufer müssen die Brücke passieren, es gibt keine Alternative!


Nur 500 Meter nach der Brücke überholt mich der Läufer und ich trage wieder die rote Laterne. Bei Kilometer 25, am 2. VP stärke ich mich. Die Helfer weisen mich freundlich darauf hin, dass die Bäume wie im Vorjahr kreuz und quer über dem Weg liegen. Nach Hinweis: „Aber die Äste sind nun ab!“, mache ich mich auf die Socken.

Wieder ganz unten über eine Wiese zu einer nicht sehr vertrauenswürdigen Brücke. Vorsichtig balanciere ich über die wacklige Paletten-Konstruktion. Dann wieder aufwärts. Nach der Höhe folgt der Weg entlang am Wasser. Den Einstieg macht ein Hindernis mit vier direkt hintereinander liegenden Bäumen. Mutig steige ich auf die Stämme 1 + 2, rutsche ab und hole mir an der Eichenborke eine heftige Blessur am Oberschenkel. Das merke ich aber erst etwas später, als ich das Blut sehe, das am Bein hinab läuft. Wenigstens etwas, was hier läuft, denke ich. Denn es geht einfach nicht vorwärts!

Immer wieder liegen die Bäume im Weg. Zwingen mich hinab, drüber oder drunter her. Spektakulär ist die Stelle, als nix mehr geht. Steiler Hang-Aufstieg bis zum Wurzelwerk des Baumes, drum herum und danach so steil hinab, dass ich nicht weiß, wie! Alter Schwede! Hinter der nächsten Kurve geht es weiter. Einmal ist es so steil, dass jemand zur Abstiegshilfe ein Seil am Baum festgebunden hat. Dankbar nutze ich dieses Angebot. Irgendwann ist der Mikado-Weg dann endlich überstanden.


Es folgt direkt danach ein heftiger Anstieg. In Serpentinen geht es hinauf auf einen Bergrücken mit Aussicht. Hier überhole ich zwei Läufer. Einer der beiden wird am nächsten VP aufgeben. Der Abstieg vom Berg ist schlecht gekennzeichnet, ich laufe erst falsch. Ansonsten ist die Strecke mehr als gut ausgeschildert. Schilder, Trassierband in den Bäumen und Kreidespray-Pfeile auf der Erde. Super! Kilometer 32, Hochrechnung: 9:09 Stunden! Ich habe rund 30 Minuten Zeit verloren! So werde ich die Cut-Off-Zeit von 8:50 Stunden nicht schaffen! Die Lösung: Nun noch mehr laufen! Fatal wäre ein DNF nach 47 Kilometern!
Ich treffe Stefan, er sitzt auf einen Stamm neben dem Weg: „Ich habe keine Körner mehr!“ Er wird am nächsten VP aufgeben. Meine Getränke sind erschöpft. Noch 2 Kilometer bis zum VP. Meine Zunge klebt am Gaumen. Die Sonne brennt! Bergauf! Schwer! Egal, ich muss das Tempo halten! VP 3, km 35. Ich lasse meine Getränkeflaschen nachfüllen und trinke 0,7 Liter Cola. Esse Kuchen, Pellkartoffeln, Käse, noch ein Wasser, ich muss weiter! Als ich loslaufe sehe ich Anna-Lena, die auf den VP zuläuft. Anna-Lena hat auch die Aufgabe die aufgebenden Läufer zu betreuen, sie kommt somit nicht so schnell voran.

Bei Kilometer 40 hole ich 2 Läuferinnen ein. Nun marschieren Katharina, Iriene und ich gemeinsam. Am Stoppelfeld schaue ich nach dem Wetter. 30° im Schatten. Nur, hier ist kein Schatten. Alter Schwede! Es kommt ein Bach. Wir müssen diesem folgen und unter der Brücke durch. Nur gut, dass dieser Bach nur wenig Wasser führt.

Bei Kilometer 44 erreicht uns Anna-Lena. Gemeinsam nehmen wir die letzten Trassierbändchen ab. Dann erreichen wir endlich das Ziel. 47,2 Kilometer zeigt die Uhr und 1.200 Höhenmeter – und 8:45:22 Stunden. GESCHAFFT! 223 von 240 gestarteten Läufer erreichen das Ziel.

Fazit: Ein besonderer Trail-Lauf mit vielen Highlights aber auch mit sehr anspruchsvoller Streckenführung. 2025 betrug das Zeitlimit 10 Stunden, nun noch 9 Stunden. Für mich ist dieser Lauf nun Geschichte, denn den Druck, gegen das Zeitlimit anlaufen zu müssen, möchte ich mir nicht mehr antun (Außer, die Bäume werden weggeräumt!). Für schnellere Läufer spreche ich die Empfehlung aus: Wer besondere Trails liebt, der ist hier genau richtig!
8.8. Holter Wald Ultra
Morgens um 6 Uhr baue ich den VP bei km 8 der Strecke auf. Um 6:30 Uhr starte ich bei 10 Grad direkt auf Ulis Terrasse. Uli, der Veranstalter, ist ein Freund der kurzen Wege, dabei läuft er doch am liebsten Ultramarathon! Die Runde ist 19,5 km lang und wird zweimal durchlaufen. Es ist herrlich frisch, ich laufe und gehe im Wechsel. Heute ist nur Vorbereitung, denn mein Ziel ist der HuBuT am 16.8. im Hunsrück.

Die Strecke führt zunächst vorbei am Jagdschloss Holte. Ein Privatbesitz mit Türen und Toren und Schildern „Nur für Schlossbewohner!“ Dann geht es auf eine große Schleife durch den Wald. Hier führt der Bach noch etwas Wasser, denn hier gab es wohl ein, zwei Gewitter in den letzten Wochen.

„Ölbach“ und „Mühlengrund“ zeugen von früheren aktiven Mühlen im Wald. Teilweise sieht man noch Fundamente und das Mühlencafe, an dem sich noch das Mühlrad dreht. Den Weg dorthin ziert leider der ‚Standardspruch: „Privat – betreten verboten!“

An den Wiesenrändern entlang. Hier warten Blumen aber auch Brombeeren und Brennnesseln auf den Naturfreund. Nach 19,5 Kilometern erreiche ich wieder den Startort. Nach einer Stärkung auf Ulis Terrasse gehe ich in die 2. Runde. Auf dem Pendelstück kommen mit einige Läufer entgegen. Später bei Kilometer 8 kommen mir 4 Läufer entgegen, die die Strecke nun andersherum laufen. Gemeinsam stärken wir uns. Wir sind alle froh, dass hier Getränke bereitstehen, denn die Hitze ist nun deutlich zu spüren.

Große Teile der Strecke führen durch den schattigen Wald. Nach dem VP folgt der „Ho-Chi-Minh“ Pfad! Ein unebener Wurzelweg (Füße hoch!) durch den zugewachsenen Wald! Mehr Schatten geht nicht!

Bald bin ich wieder auf einem breiteren Waldweg unterwegs. Erst eine eichenbestandene Allee, dann entlang am Ölbach.

Insgesamt eine abwechslungsreiche Strecke mit dem Jagdschloss als Ort der Streckentrennung. Nach 39 Kilometern bin ich zurück auf der Terrasse, wo bereits einige ihr Finish feiern. „Nein, ich bin NOCH NICHT fertig, ich muss noch zum Wendepunkt“, erkläre ich den anderen. Denn 39 Kilometer sind weder Marathon noch Ultra. Und da Uli nur Ultras läuft, werden nun noch 6 Kilometer drangehängt. Uli hat es genau vermessen und einen Gullideckel markiert. Also nochmals etwas Sonnencreme auftragen und hinaus in die Siedlungssonne. 27° im Schatten! Schatten gibt’s hier leider nicht! Boah ey!

Dieser markante Gullideckel muss umrundet werden. Dann zurück Richtung Ziel. Die beiden letzten Kilometer marschierte ich mit Gerd. Geschafft! Gemeinsam mit 4 verbliebenen Finsishern gibt es ein Zielwasser. Gerd regt an, die Strecke etwas zu verlängern, um die Wendepunktstrecke einzusparen. Egal, für heute ist der Ultra erledigt. Der HuBuT kann kommen.
21.6. Schloss Tatenhausen Ultra
Als der Wecker um 5 Uhr klingelt und ich den Regen draußen höre, schaue ich das Wetter für Halle/Westf. nach. Uih! Heftige Gewitter mit Starkregen gehen nieder. Ute bietet heute wegen der Hitze zwei Startzeiten an. Ich wechsle von 6:30 Uhr auf 7:30 Uhr, Gewitter muss nicht sein.

Die Runde von 9,1 km wird fünfmal gelaufen. Am Startort ist es um 7:30 Uhr fast trocken. Die ersten Frühstarter kommen vorbei, klitschnass! „Die Wege sind voll Wasser und Matsch, kaum zu laufen, berichten sie. Der Bach ist passierbar.“ Der Start der zweiten Läufergruppe erfolgt und schon nach 50 Metern ist der Weg sehr schlammig, kaum passierbar. Immer die besten Stellen suchen! Nach einem Kilometer erreiche ich den kleinen Bach und höre schon, dass er nun viel mehr Wasser führt. An der Stelle, wo man den Bach sonst über mehrere Steine trockenen Fußes überqueren kann, strömt das braune Wasser schnell vorbei, die Steine sind etwa 15 Zentimeter unter Wasser. Innerhalb von 30 Minuten hat sich die Situation hier völlig verändert.

Ich riskiere nichts und nehme einen Umweg in Kauf. Fix rufe ich Ute an, damit sie sich dort postiert, die Läufer warnt und auf die Alternative hinweist. Weiter geht es über Wiesenwege, das Gras ist nass und die Brennnesseln stehen kniehoch. Schnell sind die Füße nass. Durch den Wald über einen Prozessionsweg, vorbei an mehreren Heiligenbildchen führt die schöne Strecke. Zwar matschig aber immerhin 20° kühl! Bald ist Runde 1 erledigt. Bei der Bachpassage berichtet Ute, dass bis auf 2 Läufer alle durch das Wasser marschiert sind. Ralph kommt und zeigt uns in Runde 3 wie man es richtig macht. Badetag!

Ich laufe wieder die Umgehungsstrecke. In Runde 4 ist der Bach wieder abgeschwollen und ich bleibe mittels der Steine auf der Originalroute.

Nun kommt die Sonne hervor, die Wolken lösen sich auf und ich freue mich, dass es heute nur 28° sind, die nächsten Tage soll es noch viel heißer werden.

Kurz vor dem Ziel passiere ich zum letzten Mal Schloss Tatenhausen, dass sich blau umrahmt herrschaftlich präsentiert. Was mit Blitz und Donner begann, geht in schönstem Sommerwetter zu Ende.
Berichte 2026
7.2.26 TTT Teufelskanzel
Tunnelweg-Teufelskanzel-Trailmarathon – Ein Trail über Schnee und Eis!
Nach einem kurzen Briefing von Gerno machen sich die etwa 60 Starter pünktlich um 9:00 Uhr bei plus 1° auf den Weg. Der Radweg ist fast eisfrei. Wir biegen ab in den Wald und stehen im Schnee! 10 Zentimeter!



Im Tunnel ist es wider Erwarten trocken! Wir hatten nach dem leichten Tauwetter gestern einen kleinen Bach erwartet. Vor mir duckt sich Stefan durch den Tunnel. Auch am Ausstieg gibt es keine nassen Füße, da hatte Gerno doch zuviel versprochen.

Nach dem Tunnel steht der Anstieg auf den Sponberg an. Auf dem vereisten, rutschigen Weg kommen wir kaum voran. Da wir dann noch den Ausstieg zu der Treppenanlage verpassen, quälen wir uns zum Schluss gefühlt senkrecht hinauf.

Endlich oben haben wir einen schönen leider sehr diesigen Blick auf das Werratal und Witzenhausen.

Nach dem Ausblick geht es bald bergab und hin zur stillgelegten Bahntrasse, die überwunden werden muss. Der Aufstieg ist schwierig, da die Vorläufer den Anstieg rutschig hinterlassen haben. Der Abstieg ist dann aber doppelt schwierig. So rutschig, es gibt kein Halten! So manch einer nutzt seinen Hosenboden für die Rutschpartie. Weiter geht es zurück zur DEULA. Nach 7,7 Kilometern haben die Kurzstreckler hier ihr Ziel erreicht.
Ich stärke mich am Auto und gehe als Letzter auf die lange Schleife. Bei Kilometer 10 ist Ende des Asphalts und der erneute Beginn von Eis und Schnee. Meine beiden Vorläufer legen hier ihr Ketten an, da bin ich gerne mit dabei. Die Yaktracks hatte ich letztmalig bei der Brockenchallenge an den Füßen. Weiter geht’s mit einem guten Gefühl an den Füßen durch die Winterlandschaft.

Die Ketten sind besonders im Abstieg oder wie hier bei hängendem Gelände sehr hilfreich. Immer wieder sehe ich Abdrücke von abgerutschten Läufern im Schnee. Nach dieser Passage steht der Aufstieg zur Burg Ludwigstein auf dem Programm.


Oben an der Burg kommt ganz kurz die Sonne raus, aber schon 2 Minuten später es ist wieder bedeckt. Im folgenden, sehr schweren Abstieg sind wir zu viert: Chrissy, Katica und Marco sind bei mir. In Werleshausen finden wir den VP und stärken uns. Swen trifft ein, er hat die folgende 13 km Runde bereits fertig: „Sauschwer, sehr tief und sehr glatt!“, berichtet er. Während er Richtung Ziel rennt machen wir uns auf den Weg auf die Runde zur Teufelskanzel. Nach 200 Metern stelle ich fest: Meine Stöcke stehen noch am VP. Mist, also zurück!

Alter Schwede! 25% bis 30% Steigung!!
Nun entlang der Werra Richtung Lindewerra. Bald bin ich in Thüringen. Der Kolonnenweg biegt nun links ab. Der Spaß beginnt. Von der Werra bis oben zur Aussicht sind es 1,3 km und 250 hm, wobei die Steigung immer weiter zunimmt. Endlich oben! Eine kurze Pause muss sein für den Blick ins Werratal, von wo der Aufstieg begann. Aber ich muss weiter. Ich bin noch immer nicht ganz oben. Ein Single-Schnee-Trail führt weiter bergauf. Hier waren nur wenige Leute vor den Läufern, die Spur ist nicht fest. Große Vorsicht, bloß nicht umknicken!

Der höchste Punkt unserer Strecke: die Junkerhöhe auf Höhe 511 Metern NN. Markiert mit einem Holzhindernis. Danach geht es 1,5 Kilometer mitten durch den Wald, immer schön der Spur folgen! Bis zur Teufelskanzel verliere ich etwa 60 Höhenmeter. Als ich etwas tiefer komme spüre ich, dass es taut. Die feuchten, seifigen Stellen werden mehr. Schnee, Eis und Sulz wechseln sich ab. Konzentration ohne Ende! Felsen tauchen auf und ich erkenne die Hütte an der Kanzel, da eine Funzel leuchtet. Kurz vor der Funzel biege ich rechts ab und komme durch den Schnee zum Felsen.

Die Stufen auf den Felsen sind total vereist. Aber mit den Yaktrax ist es kein Problem. Oben ein Foto mit Aussicht und vorsichtig wieder runter vom Felsen. Ein Blick zum Handy zeigt, der Akku ist bald leer. Also kurze Pause an der Hütte und die Powerbank mit dem Handy verbinden. Pling, das Handy lädt!

Weiter geht’s. Abwärts und durch Senken, in denen sich Schmelzwasser sammelt. Ich bin froh, dass ich die wasserdichten Socken genommen habe! Inzwischen habe ich 4 Läufer hinter mir gelassen, da ich mit den Ketten gut bergab laufen kann.


Nächster Halt Burg Hanstein. Ein Foto und dann abbiegen. Es geht zurück, hinab nach Werleshausen, wo ich den VP erneut anlaufe. Kurzer Plausch mit Gerno und Jens und dann weiter, nur noch 9 Kilometer. Dieses Mal mit Stöcken!Es folgt der letzte Anstieg, in Serpentinen geht es hinauf zur Ebenhöhe. Oben gibt es eine schöne Sicht auf Burg Ludwigstein. Dort war ich vor Stunden!

Auf der Ebenhöhe liegt im Schatten wieder viel Schnee. Es ist hier kälter, der Schnee knirscht. Die Sonne verabschiedet sich so langsam. Endlich in Unterrieden!

Die Werrabrücke etwa 1,5 Kilometer vor dem Ziel. Meine Yaktrax habe ich ausgezogen, denn sie drücken nach 6 Stunden doch etwas im Zehbereich. Im Ziel, endlich! Geschafft! Ohne Sturz! Welch ein Lauf! Alter Schwede! Nun ist Erholung angesagt! Auf einen Start morgen beim Haferberg-HasenmühleUltratrail werde ich verzichten!
01.11.25 Ultra Rund um Werther
Da ich schon um 7:20 Uhr vor Ort bin, starte ich mit Ute Karklis Genehmigung früher, denn nachmittags soll uns etwas Regen erwarten. Mit Komoot-Ansage mache ich mich auf den Weg. Erst ein bekannter Weg, danach geht es durch den farbigen Buchenwald hinauf zur Gaststätte Peter auf’m Berge. Es ist wärmer als gedacht.

Danach geht es bald bergab und auf der Nordseite des Teutos entlang. Der führende Läufer überholt mich, Mensch was kann der rennen! Ich folge einer „jetzt rechts halten!“-Komoot-Anweisung bergauf und höre nach 200 Metern die Ansage: „Du hast die Route verlassen, schaue auf die Karte!“ Wieder runter, blöd. Frank Albrecht hat mich derweil passiert, kurze Begrüßung und weg ist er. Eine heftige Rampe bringt meinen Puls an die Grenze, 180 bpm! Alter Schwede! Nur gut, dass ich die Stöcke mit dabeihabe. Gerd kommt mir entgegen, er hat sich verlaufen. Seine Uhr signalisiert ihm immer wieder, dass er falsch laufe. Er läuft zurück.

Endlich oben, kenne ich mich wieder aus, hier führte auch Katjas Laufstrecke entlang. Wieder abwärts zur Südseite des Teutos. Und die nächste Rampe! Ich bin 150 Meter hinaufgekraxelt, da ruft mich eine Läuferin zurück, die Strecke ginge unten weiter. Also zurück, denn ich vertraue der Läuferin. Kaum bin ich bei ihr, signalisiert ihre Garmin-Uhr, dass wir falsch sind. Mein Anstieg war doch richtig. Wie blöd, ärgerlich. Aber ich mache gute Mine zu bösem Spiel: „Nicht so schlimm, war ja nicht so weit, dieser Umweg!“ Nützt ja nix, würde Gerd sagen. Also bringe ich den Kreislauf in der Steigung wieder zum Glühen, 200 bpm zeigt später die Aufzeichnung, das kann nicht sein! Oder? Boah ey! Ich bin jetzt schon fertig, bei Kilometer 9. Jobst überholt mich.

Immer wieder gibt es schöne Aussichten als Belohnung! Zurück an der Gaststätte habe ich fast 12 Kilometer geschafft, gefühlt habe ich bereits einen Marathon absolviert. Utes kleine Ausgleichsrunde hatte es mächtig in sich. Nun weiß ich warum sie nicht mitläuft! Kurze Pause am Getränke-VP und weiter geht’s. Nun auf der Nordseite in westlicher Richtung. Ohne Rampen! Dafür mit Matschstellen und durch Quellgebiete. Ein Zaun versperrt den Weg. Sabine und ich lösen das Problem: Denn nur 30 Meter bergab verläuft parallel ein neuer Weg. Ob Gerd den Zaun wieder überstiegen hat? Bei Kilometer 17 verlasse ich den Teuto. Auf Nebenstraßen geht es wenig spektakulär nun Richtung Häger, ein Ortsteil von Werther. Hier gibt es den ersten VP. Ich treffe Ute, die Chefin, sowie Gerd und andere Läufer, die es sich gut gehen lassen! Die kleinen Kuchen sind sehr lecker! Bald muss ich weiter und prompt verlaufe ich mich wieder! Mist!

Nun gibt es Markierungen „RW“, die scheinen ausreichend zu sein, also schalte ich Komoot am Handy aus. Dann zieht es mich dringend in die Büsche. Es folgen Wege durch Wälder (gut!) und über Wiesenwege (schlecht!), ganz mieß, weil langes Gras die tiefen Treckerspuren verdecken. Statt Laufen, nur ums Überleben kämpfen, nur nicht umknicken in diesem Geläuf! Alter Schwede! Ich komme so langsam voran! Der Nieselregen wird stärker. Die Windjacke ist nun Gold wert! Die Beschilderung des Wanderwegs ist schlecht! Mist! Also Komoot wieder aktivieren.

Dann folgt ein sehr motivierender, drei Kilometer langer Umweg, nur um das Ortsschild von Theenhausen zu bewundern. Die folgenden Radwege sind eine Wucht! Der Regen regnet nun richtig, begleitet von einem fiesen Gegenwind. Ich bin erst bei Kilometer 35 und völlig im Arsch! Rund um Werther macht mich fertig! Bei Kilometer 36 habe ich Gerd wieder eingeholt und bei Kilometer 37 steht der 2. VP. Wir machen eine kurze Pause, der Regen leider nicht.
Kilometer 37,6 hier sollen wir den Wanderweg verlassen, um kurz darauf durch einen unwegsamen Hohlweg wieder auf den Wanderweg zu gelangen. Alter Schwede! Nun über die Werther Egge einen schönen Pfad mit Steinen und Wurzeln hinab nach Werther-Nord. Kein Regen mehr! Gerd und ich sind nun gemeinsam unterwegs.

Mehrmals heißt es: Nützt ja nix! Besonders die Rampe zum Werther Berg mit nochmals 180 bpm hinauf. Die Oberschenkel qualmen! Nun immer geradeaus. Wir laufen im Schatten des Berges, im Windschatten, denn wir hören das Rauschen rechts oben über uns in dem Bäumen. Heftiger Regen setzt ein, als wir im Anstieg zum Gottesberg sind. Oben auf dem Kammweg mache ich ein letztes Foto vom und im Regen. Es schüttet! Starkregen! Ich bin klatschnass bis auf die Haut, der starke Wind kühlt mich aus. Ich muss rennen und verlasse Gerd.

Den Bergweltenweg kenne ich, nun bergab. Das Regen klatscht mir ins Gesicht, das Wasser strömt über den Wanderweg. Ich renne, bergab, schnell. Der Wolkenbruch und der heftige Wind – ich muss zum Auto! Schnell! Kurz bevor ich am Auto bin lässt der Regen etwas nach. Ziel! Ende und aus! Alter Schwede, was für ein Lauf! Fix ins Auto auf die Rückbank und ohne Wind und Regen umziehen. Endlich raus aus den nassen Klamotten, Handtuch, und rein in trockene Kleidung. Die Schuhe sind nass, die Füße eiskalt. Fertig! Abfahrt! Heizung auf 23° und Sitzheizung volle Pulle. Das hilft! Nur die Füße, die werden erst später in der Wanne wieder warm!