30.08. Riesenbecker Panorama UltraTrail

Im März hatte Detlev die Idee zum Riesenbecker Panorma UltraTrail. Im Mai sind wir dann gemeinsam die Strecke abgelaufen. Mein Eindruck damals: „Das kannste so nicht anbieten! So viele schwere Singletrails mit jeder Menge Stolperfallen!“ Und dann dieser so richtig steile Abstieg, bei Nässe nur auf dem Hosenboden rutschend zu bewältigen!“ 

Aber Detlev blieb bei seinem: „Das-Geht-Schon!“ Die Ausschreibung wird erstellt für den 29.8., drei Runden je 15,1 Kilometer und 270 Höhenmetern (Komoot). Vorsichtshalber kaufe ich zwei 20 Meter lange Seile für diesen Weg in den Abgrund!

Sicher ist sicher!

Am Donnerstag vor dem Lauf gehen wir die Strecke nochmals ab und markieren mit rotem Kreidespray die Wegführung und Stolperfallen. Wir bringen die Seile am Abstieg an. Für geübte Trailläufer und bei trockenem Wetter sicherlich nicht unbedingt nötig aber in Runde 3 mit müden Beinen doch sehr hilfreich. Nach dem Kontrollgang ändere ich meine Meinung und melde mich noch schnell an, denn die Strecke ist wirklich sehr schön!

Am Samstag starte ich bereits eine Stunde vor den anderen, denn ich werde heute sicherlich lange unterwegs sein! Oben am ehemaligen Steinbruch gibt es die erste Aussichts- und Foto-Stelle.

Am Rand des Steinbruchs

Dann erholsam bergab. Ich habe vorgestern die Strecke mit markiert und bin doch stellenweise unsicher, wie es denn nun weiter geht. Die roten Markierungen wurden von Gewitterregen gestern arg in Mitleidenschaft gezogen. Als ich zu der Erinnerungsstelle an Heinz Brede komme, weiß ich, dass ich richtig bin.

Weiter bergab, wieder bergauf, wieder bergab. Immer wieder anspruchsvolle Singletrails. Teils ausgewaschene Wege mit überraschenden 40 Zentimeter tiefen Stufen. Höchste Konzentration im Farn-Dschungel!!

Im Farn-Dschungel

Halbzeit, ich bin am Alten Postdamm angekommen, nun geht es zurück. Zunächst einen unscheinbaren Weg finden, der rechts ab und steil hinab führt. Es folgt bald ein herrlicher Wiesenweg!

Wiesenweg mit alten Bäumen

Immer auf und ab. Höhenmeter gibt es reichlich! Nach dem Lauf werden wie feststellen, dass es nicht 270, sondern 380 Höhenmeter je Runde waren. Alter Schwede! Auf dem Lagerberg erwartet mich ein Drache, ein Foto wert!

Ein garstiger Drache!

Anspruchsvolle Trails folgen und Umwege zum Sammeln von etlichen Höhenmetern. An der Schönen Aussicht findet gerade eine Veranstaltung statt: 100 Jahre Schöne Aussicht. Da sind viele Familien bei Kaffee + Kuchen + Spielen mit dabei.

Blick ins Münsterland – seit 1926!

Der Blick von hier oben Richtung Süden nach Riesenbeck und weit darüber hinaus ist einzigartig. Eine Tafel beschreibt, welche Orte sich in welcher Richtung und in welcher Entfernung befinden. 

Rastplatz mit Aussicht!

Nun folgen herrliche Trails über Nadelboden. Hinab zu einer Bank mit Panorama. Und weiter zu der Stelle, die unsere Seile sichern. Ich bin froh, hier gesichert absteigen zu können!

VORSICHT!

Nach den Seilen folgen noch rund 2 Kilometer auf trailigen Pisten aber ohne die sonst üblichen langen Gefäll- / Aufstiegspassagen. Hier überholen mich Christian und Klaus, die beiden Führenden. Am Parkplatz schaue ich auf die Uhr und bin erstaunt: Rund 15 Minuten schneller als befürchtet. Ich konnte doch mehr laufen als erwartet!

Auf geht’s in Runde 2. Hier habe ich Gelegenheit, noch einige Fotos zu schießen. Bald kommen Detlev und Carsten überholend vorbei. Hallo und Tschüß!

Panorama wie im Schwarzwald!
Sandsteinfelsen
Bildstock mit Maria und Kind

Auch die dritte Runde schaffe ich, obwohl mir die Anstiege ab Kilometer 35 richtig weh tun. Aber egal, das Ende ist absehbar. Für Fotos fehlt mir nun die Motivation! An der Schönen Aussicht wird mir von einer Jäger-Kombo das Signal geblasen: „Sau tot!“ So fühle ich mich auch! Ich armes Schwein muss aber weiter, noch 2,5 Kilometer.

Im Ziel muss ich zugeben, Detlev hatte Recht, es ist eine wunderschöne und auch wunderschwere Strecke. Für trittsichere Läufer, die Trails lieben, sicher genau das Richtige.

Etwas trinken und essen und dann weiter nach Riesenbeck. Ich darf ja auch noch die beiden Seile wieder entfernen. Dafür muss ich nochmals auf den Berg steigen. Bin ich platt! Beim Abknüpfen ärgere ich mich: Warum haben wir die Seile mit sooo vielen Knoten befestigt? Aber irgendwann ist auch der letzte Gordische Knoten gelöst!

Die Rückmeldungen der Teilnehmer sind überaus positiv: „Tolle Strecke!“; „Super Trails!“; „Bin begeistert!“; „Komme wieder!“ Also hat Detlev mit der anspruchsvollen Streckenführung alles richtig gemacht!

Kletterfelsen im Brumleytal

Nun hat Detlev schon eine neue Idee: Die beiden Läufe „Riesenbecker Panorama UltraTrail“ und „Kletterfelsen Brumleytal Ultra-Trail“ berühren sind fast am Alten Postdamm. Man könnte sie gut verbinden! Also rund 15 km plus 16 km ergibt 31 km. Das Ganze zweimal laufen. Richtig: Ein UltraTrail über etwa 60 km mit schlappen 1.750 Hm wäre dann das neue Angebot. Termin: Vermutlich im März 2027. Die Planungen werden aufgenommen.