23.08. Ahornweg Ultra 2. Etappe

Gestern stand die 1. Etappe des Ahornweg Ultra über 67 Kilometer an, hier habe ich an zwei Verpflegungsstellen unterstützt. Heute steht die 2. Etappe über 47 Kilometer auf dem Programm und ich kann mitlaufen, da Frank den VP1 bei km 18 übernimmt; Ute betreut den VP bei km 34. 

Gemeinsam mit Natascha mache ich mich auf die Socken. Vom Startort Lienen geht es bald steil hinauf zur Waldgaststätte Malepartus. Ein Vorgeschmack auf das, was heute noch so alles kommen wird. Nach 5,7 Kilometern stoßen wir auf den Ahornweg, nun unser ständiger Begleiter. 

Auf dem Schmuggelpättchen

Wir laufen nun auf dem Schmugglerpättchen, ein Trail auf der Grenze zwischen Preußen und Hannover, heute NRW und Niedersachen, Einfach ist wirklich anders! Bei Kilometer 10 stellen wir fest, dass der markierte Weg geradeaus führt, der Tack jedoch nach links weist. Wir laufen nach Track! Da gesagt wurde „Track vor Markierung“ biegen Natascha und ich links ab. Wir holen Martina, Lars, Friedrich und Stefan ein, die gemeinsam mit uns in der Vorwoche beim HuBuT im Hunsrück waren. Es folgt der Aufstieg zum Borgberg. An der Almhütte bei km 12 genießen wir den Blick hinab auf Hagen a. TW., den Ort, den wir gleich passieren werden. Lars hat die Idee für eine Gruppenfoto. Genial!

Lars, Natascha, Uwe, Friedrich, Stefan, Martina

Weiter geht es hinab nach Hagen und nach einem Hügel hinunter ins Tal, wo Frank bei km 18 mit dem VP auf uns wartet. 

VP Pause

Da es heute mit nur 14° relativ kühl ist, ist der Getränkeverbrauch niedrig. Nach der Stärkung geht es weiter, über einen Bauernhof hinauf Richtung „Achter de Welt“.  Wieder sind etliche Höhenmeter einzusammeln! Alter Schwede! Wir passieren den Varusturm, wo Natascha natürlich wieder Fotos machen muss. 

Rechts ist der Dörenberg zu sehen

Von ganz oben kaufen wir nun bergab nach ganz unten. Im Abstieg sehen wir bereits den nächsten Gegner, den Dörenberg. Mit 331 Höhenmetern wehrt er sich gegen seine Besteigung. Vom ehemaligen Forsthaus führt ein Anstieg mit 20% brutal hinauf. Auf der Höhe belohnt uns ein Ausblick über eine Farnlandschaft nach Georgsmarienhütte. 

Herrlicher Ausblick – Entschädigung für die Strapazen

Noch einen Kilometer gilt es zu steigen, dann ist der Karlsplatz erreicht. Nun moderat weiter bergan Richtung Hermannsturm. Aber erst einmal entscheiden wir uns für den falschen Weg! Nach 150 Metern heißt es umkehren. Nun ist die 6er HuBuT-Truppe wieder beisammen. 

Hermannsturm auf dem Dörenberg

Am Hermannsturm verlieren wir Lars und Martina, die sich den Schuh richten muss. Ihre Zehen schmerzen heftig! Die Querung der stark befahrenen B51 erledigen wir gemeinsam mit Friedrich und Stefan. Es folgen leichte Wiesenwege. Bis es wieder aufwärts geht. Mitten im Wald und völlig überraschend türmen sich etwa 80 Treppenstufen vor uns auf. Boah ey! Wer hat sich wohl die Arbeit gemacht, mitten im Wald? 

Als ich schon denke, das war’s, kommt doch noch der Anstieg auf den Musenberg. Nix Muse! SEHR anstrengend ist die Rampe hinauf auf den Kamm des Berges. Meine Pumpe ist am Anschlag, ich bin platt, meine Trinkflaschen sind leer. Alter Schwede!

HEFTIGER Anstieg

Natascha kämpft sich auch diesen Anstieg mit 25% Steigung hinauf. Diese Strecke soll (lt. Komoot) rund 1.000 Höhenmeter haben. Das glaube ich schon lange nicht mehr! 

Auf dem Kammweg Musenberg

Endlich oben auf dem Kammweg. Hier gibt es eine grandiose Aussicht plus einen sehr markanten Baum-Rest. Von hier aus führt dies Strecke fast zwei Kilometer bergab bis zum 2. VP bei Kilometer 34,5. Hier warten schon Ute und Frank auf uns. Ich bin so froh, dass ich nun meine Trinkflaschen auffüllen kann.  Hier hat Ute einen Zettel platziert: „Heute läuft Uwe seinen 800. M/U!“ Ok, dann wissen ja nun alle Bescheid. Auch egal!

Nun geht es vorbei am Zeppelinstein, hier ist in den 1930er Jahren ein Zeppelin abgestürzt. Weiter Richtung Bad Iburg, nun 4 Kilometer auf der Stecke vom Freeden-Ultra. Kurz vor dem Ort verlassen wir die bekannte Strecke, da wir noch eine Schleife durch Bad Iburg laufen. Dann taucht das Schloss vor uns auf.

Bad Iburger Schloss

Und Schlösser liegen meist oben auf einem Schlossberg. Hier auch! So langsam aber sicher gehen uns die Körner aus. Natascha greift immer öfter zu ihrer Cola im Rucksack und ich bin froh, wieder Iso im Tank zu haben! Wir folgen dem falschen Weg, denn hier treffen die beiden Schleifen des Wanderwegs aufeinander. Fast wären wir in die 67 km Schleife abgebogen! Natascha passt auf und führt und zurück!

Wir verlassen bald den Ahornweg und beginnen den Rückweg nach Lienen. Nach dem langen Anstieg auf dem Hermannsweg, Alter Schwede!, erreichen wir die Landesgrenze zu NRW. Am „Scheipers Pütt“ (Hochdeutsch Schäfers Tränke) verlassen wir den Hermannsweg und folgen dem Weg, den uns Ute ausgesucht hat. Leicht bergab in einem schönen Bogen, wie gemacht für ein letztes Strecken-Foto.

Ein feiner Weg bergab!

Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel treffen wir Andreas, der nicht sicher ist, welchen Abzweig er nun nehmen soll. Wir nehmen ihn mit und kommen gemeinsam ins Ziel am Freibad an. 47 Kilometer, rund 1.400 Höhenmeter, über 8 Stunden Laufzeit und eine sehr schwere Strecke liegen hinter uns. Natascha und ich sind sehr stolz, es geschafft zu haben, denn dies war kein Kindergeburtstag! Frank und Ute begrüßen uns im Ziel! Andere kommen hinzu, alle wollen nun noch gratulieren!

Bald kommen Friedrich und Stefan ins Ziel. Bei einem alkoholfreien Bier besprechen wir die schwersten Stellen des Laufes und stellen fest: Es waren 1.400, nicht 1.000 Höhenmeter! Wir warten noch auf Lars und Martina. Deutlich später als erwartet kommen die beiden auf die Zielgerade. Martina humpelnd, sie hat sichtlich starke Schmerzen. Aber sie hat gefinisht! Welch eine Energieleistung!

Ute führt die Ehrung im Namen des 100MC durch

Ute überreicht im Namen des 100 Marathon Club die Urkunde und gratuliert Uwe zum 800. Marathon/Ultra. Mit einem weiteren kühlen, alkoholfreien Getränk geht dieser Ultra zu Ende.

16.08. HuBuT

Ein Lauf gegen die Uhr!

Das Briefing soll um 7:45 Uhr stattfinden und die Teilnahme ist Pflicht. Die Organisatoren beginnen dann um 7:55 Uhr. Und da noch einige Teilnehmer an den WC anstehen, ziehen sich die Informationen in die Länge. Boah ey! Alles das, was schon in der Ausschreibung steht, wird nochmals wiederholt. Ich sitze auf heißen Kohlen, möchte nun endlich los, denn um 17 Uhr schließt der Zieleinlauf. Endlich, um 8:10 Uhr wird runtergezählt, von 10 (ich hatte schon befürchtet von 100!) und es geht los. Das Feld setzt sich in Bewegung.

Los geht’s
Besondere Pfade

Schnell bin ich weit hinten im Feld unterwegs, denn Probleme mit dem rechten Sprunggelenk lassen mich vorsichtig laufen. Es geht über viele schmale Pfade durch den Wald. Die Wege sind gespickt mit Baumwurzeln, gute Konzentration ist die Basis für einen sturzfreien Lauf.

Gut markierter Wiesenweg

Ein Wiesenweg bietet eine schöne Aussicht über die Höhen des Hunsrücks. Nach 9 Kilometern kommt das erste Kletterstück über Felsen, gesichert mit Seilen und Klampen. Inzwischen habe ich mich auf den letzten Platz vorgearbeitet und Anna-Lena hat mich eingeholt, sie macht heute die Besenläuferin. 

Gesicherter Abstieg

Mitte im Abstieg preschen die beiden Führenden des später gestarteten 27 Kilometer-Laufes an mir vorbei. Ich staune, mit welchem Tempo sie sich hier in die Tiefe stürzen – ohne zu stürzen! Es folgt eine Passage an einem Bach entlang, mal rechtsseitig, mal linksseitig und immer mal wieder über Stege über das Wasser. 

Stege, mal stabil mal labil
Baumstamm als Treppe – Auf geht’s!
Burg Balduinseck
Wieder mit Eisen gesichert!

Immer wieder geht es vom Tal hinauf auf den Berg, kurz vor dem 1. VP ein richtig steiles Stück sehr unwegsam empor zur Aussicht auf die Burg Balduinseck und seilgesichert wieder hinunter. Am VP schnell die Flasche aufgefüllt und weiter geht’s durch eine Bahnunterführung gemeinsam mit dem Morsdorfer Bach. Bei Kilometer 16 rechne ich hoch: Wenn es so bleibt, werde ich in 8:25 Stunden ins Ziel kommen. Beruhigend.

Wunderschön!

Entlang am Bachbett, dann wieder hinauf zu einem Aussichtspunkt, wieder hinab zum Bach, um dann wieder steil hinauf zu einer Schutzhütte auf dem Bergrücken. Steil hinab über sandige, steile Abstiege. Stellenweise muss ich die Hände einsetzen. Alter Schwede! Trails ohne Ende.

Gipfelkreuz mit Aussicht

Nun weist ein Wegweiser links zum Anstieg zur Geierlay-Hängebrücke. Leider führt die Laufstrecke nach rechts, nochmal hinab zu einem Bach und über einen Wiesenweg. Über mir höre Stimmen! Höre ich schon Stimmen? Kann das sein? Mein Blick hinauf geht zur Hängebrücke, die von hier sehr hoch aussieht. Die Menschen darauf wirken wie Spielzeugfiguren. Nun geht es aufwärts, 100 Höhenmeter! Alter Schwede!

Beeindruckende Höhe!

Kurz vor der Brücke überhole ich ein Läuferpärchen. Die Läuferin wird hier an der Brücke den Lauf beenden und sich zum Ziel fahren lassen. Nun bin ich nicht mehr Letzter. Die Brücke ist wie immer gut besucht. 400 Meter lang und 100 Meter über dem Bach führt die Strecke über dieses Highlight. Beeindruckend. Nichts für Leute mit Höhenangst! Alle Läufer müssen die Brücke passieren, es gibt keine Alternative!

100 Meter über dem Bach!
Schon 11 Jahre alt! Ob sie noch hält?

Nur 500 Meter nach der Brücke überholt mich der Läufer und ich trage wieder die rote Laterne. Bei Kilometer 25, am 2. VP stärke ich mich. Die Helfer weisen mich freundlich darauf hin, dass die Bäume wie im Vorjahr kreuz und quer über dem Weg liegen. Nach Hinweis: „Aber die Äste sind nun ab!“, mache ich mich auf die Socken.

Ganz vorsichtig!

Wieder ganz unten über eine Wiese zu einer nicht sehr vertrauenswürdigen Brücke. Vorsichtig balanciere ich über die wacklige Paletten-Konstruktion. Dann wieder aufwärts. Nach der Höhe folgt der Weg entlang am Wasser. Den Einstieg macht ein Hindernis mit vier direkt hintereinander liegenden Bäumen. Mutig steige ich auf die Stämme 1 + 2, rutsche ab und hole mir an der Eichenborke eine heftige Blessur am Oberschenkel. Das merke ich aber erst etwas später, als ich das Blut sehe, das am Bein hinab läuft. Wenigstens etwas, was hier läuft, denke ich. Denn es geht einfach nicht vorwärts!

Augen zu und durch!

Immer wieder liegen die Bäume im Weg. Zwingen mich hinab, drüber oder drunter her. Spektakulär ist die Stelle, als nix mehr geht. Steiler Hang-Aufstieg bis zum Wurzelwerk des Baumes, drum herum und danach so steil hinab, dass ich nicht weiß, wie! Alter Schwede! Hinter der nächsten Kurve geht es weiter. Einmal ist es so steil, dass jemand zur Abstiegshilfe ein Seil am Baum festgebunden hat. Dankbar nutze ich dieses Angebot. Irgendwann ist der Mikado-Weg dann endlich überstanden.

Sehr willkommene Seilhilfe!
Anna-Lena mit ihrer Ausbeute an Trassierbändern

Es folgt direkt danach ein heftiger Anstieg. In Serpentinen geht es hinauf auf einen Bergrücken mit Aussicht. Hier überhole ich zwei Läufer. Einer der beiden wird am nächsten VP aufgeben. Der Abstieg vom Berg ist schlecht gekennzeichnet, ich laufe erst falsch. Ansonsten ist die Strecke mehr als gut ausgeschildert. Schilder, Trassierband in den Bäumen und Kreidespray-Pfeile auf der Erde. Super! Kilometer 32, Hochrechnung: 9:09 Stunden! Ich habe rund 30 Minuten Zeit verloren! So werde ich die Cut-Off-Zeit von 8:50 Stunden nicht schaffen! Die Lösung: Nun noch mehr laufen! Fatal wäre ein DNF nach 47 Kilometern!

Ich treffe Stefan, er sitzt auf einen Stamm neben dem Weg: „Ich habe keine Körner mehr!“ Er wird am nächsten VP aufgeben. Meine Getränke sind erschöpft. Noch 2 Kilometer bis zum VP. Meine Zunge klebt am Gaumen. Die Sonne brennt! Bergauf! Schwer! Egal, ich muss das Tempo halten! VP 3, km 35. Ich lasse meine Getränkeflaschen nachfüllen und trinke 0,7 Liter Cola. Esse Kuchen, Pellkartoffeln, Käse, noch ein Wasser, ich muss weiter! Als ich loslaufe sehe ich Anna-Lena, die auf den VP zuläuft. Anna-Lena hat auch die Aufgabe die aufgebenden Läufer zu betreuen, sie kommt somit nicht so schnell voran.

Sehr eigenwillige Straßen(unter)querung

Bei Kilometer 40 hole ich 2 Läuferinnen ein. Nun marschieren Katharina, Iriene und ich gemeinsam. Am Stoppelfeld schaue ich nach dem Wetter. 30° im Schatten. Nur, hier ist kein Schatten. Alter Schwede! Es kommt ein Bach. Wir müssen diesem folgen und unter der Brücke durch. Nur gut, dass dieser Bach nur wenig Wasser führt. 

Heiß!

Bei Kilometer 44 erreicht uns Anna-Lena. Gemeinsam nehmen wir die letzten Trassierbändchen ab. Dann erreichen wir endlich das Ziel. 47,2 Kilometer zeigt die Uhr und 1.200 Höhenmeter – und 8:45:22 Stunden. GESCHAFFT! 223 von 240 gestarteten Läufer erreichen das Ziel. 

Geschafft!

Fazit: Ein besonderer Trail-Lauf mit vielen Highlights aber auch mit sehr anspruchsvoller Streckenführung. 2025 betrug das Zeitlimit 10 Stunden, nun noch 9 Stunden. Für mich ist dieser Lauf nun Geschichte, denn den Druck, gegen das Zeitlimit anlaufen zu müssen, möchte ich mir nicht mehr antun (Außer, die Bäume werden weggeräumt!). Für schnellere Läufer spreche ich die Empfehlung aus: Wer besondere Trails liebt, der ist hier genau richtig!

8.8. Holter Wald Ultra

Morgens um 6 Uhr baue ich den VP bei km 8 der Strecke auf. Um 6:30 Uhr starte ich bei 10 Grad direkt auf Ulis Terrasse. Uli, der Veranstalter, ist ein Freund der kurzen Wege, dabei läuft er doch am liebsten Ultramarathon! Die Runde ist 19,5 km lang und wird zweimal durchlaufen. Es ist herrlich frisch, ich laufe und gehe im Wechsel. Heute ist nur Vorbereitung, denn mein Ziel ist der HuBuT am 16.8. im Hunsrück.

Jagdschloss

Die Strecke führt zunächst vorbei am Jagdschloss Holte. Ein Privatbesitz mit Türen und Toren und Schildern „Nur für Schlossbewohner!“ Dann geht es auf eine große Schleife durch den Wald. Hier führt der Bach noch etwas Wasser, denn hier gab es wohl ein, zwei Gewitter in den letzten Wochen.

„Ölbach“ und „Mühlengrund“ zeugen von früheren aktiven Mühlen im Wald. Teilweise sieht man noch Fundamente und das Mühlencafe, an dem sich noch das Mühlrad dreht. Den Weg dorthin ziert leider der ‚Standardspruch: „Privat – betreten verboten!“ 

Wiesenwege

An den Wiesenrändern entlang. Hier warten Blumen aber auch Brombeeren und Brennnesseln auf den Naturfreund. Nach 19,5 Kilometern erreiche ich wieder den Startort. Nach einer Stärkung auf Ulis Terrasse gehe ich in die 2. Runde. Auf dem Pendelstück kommen mit einige Läufer entgegen. Später bei Kilometer 8 kommen mir 4 Läufer entgegen, die die Strecke nun andersherum laufen. Gemeinsam stärken wir uns. Wir sind alle froh, dass hier Getränke bereitstehen, denn die Hitze ist nun deutlich zu spüren.

VP bie km 8 bzw. km 11,5

Große Teile der Strecke führen durch den schattigen Wald. Nach dem VP folgt der „Ho-Chi-Minh“ Pfad! Ein unebener Wurzelweg (Füße hoch!) durch den zugewachsenen Wald! Mehr Schatten geht nicht!

Ho-Chi-Minh – Pfad

Bald bin ich wieder auf einem breiteren Waldweg unterwegs. Erst eine eichenbestandene Allee, dann entlang am Ölbach.

Der Ölbach

Insgesamt eine abwechslungsreiche Strecke mit dem Jagdschloss als Ort der Streckentrennung. Nach 39 Kilometern bin ich zurück auf der Terrasse, wo bereits einige ihr Finish feiern. „Nein, ich bin NOCH NICHT fertig, ich muss noch zum Wendepunkt“, erkläre ich den anderen. Denn 39 Kilometer sind weder Marathon noch Ultra. Und da Uli nur Ultras läuft, werden nun noch 6 Kilometer drangehängt. Uli hat es genau vermessen und einen Gullideckel markiert. Also nochmals etwas Sonnencreme auftragen und hinaus in die Siedlungssonne. 27° im Schatten! Schatten gibt’s hier leider nicht! Boah ey!

Dieser markante Gullideckel muss umrundet werden. Dann zurück Richtung Ziel. Die beiden letzten Kilometer marschierte ich mit Gerd. Geschafft! Gemeinsam mit 4 verbliebenen Finsishern gibt es ein Zielwasser. Gerd regt an, die Strecke etwas zu verlängern, um die Wendepunktstrecke einzusparen. Egal, für heute ist der Ultra erledigt. Der HuBuT kann kommen.

21.6. Schloss Tatenhausen Ultra

Als der Wecker um 5 Uhr klingelt und ich den Regen draußen höre, schaue ich das Wetter für Halle/Westf. nach. Uih! Heftige Gewitter mit Starkregen gehen nieder. Ute bietet heute wegen der Hitze zwei Startzeiten an. Ich wechsle von 6:30 Uhr auf 7:30 Uhr, Gewitter muss nicht sein.

HEFTIG!!!

Die Runde von 9,1 km wird fünfmal gelaufen. Am Startort ist es um 7:30 Uhr fast trocken. Die ersten Frühstarter kommen vorbei, klitschnass! „Die Wege sind voll Wasser und Matsch, kaum zu laufen, berichten sie. Der Bach ist passierbar.“ Der Start der zweiten Läufergruppe erfolgt und schon nach 50 Metern ist der Weg sehr schlammig, kaum passierbar. Immer die besten Stellen suchen! Nach einem Kilometer erreiche ich den kleinen Bach und höre schon, dass er nun viel mehr Wasser führt. An der Stelle, wo man den Bach sonst über mehrere Steine trockenen Fußes überqueren kann, strömt das braune Wasser schnell vorbei, die Steine sind etwa 15 Zentimeter unter Wasser. Innerhalb von 30 Minuten hat sich die Situation hier völlig verändert.

Die Steine sind verschwunden!

Ich riskiere nichts und nehme einen Umweg in Kauf. Fix rufe ich Ute an, damit sie sich dort postiert, die Läufer warnt und auf die Alternative hinweist. Weiter geht es über Wiesenwege, das Gras ist nass und die Brennnesseln stehen kniehoch. Schnell sind die Füße nass.  Durch den Wald über einen Prozessionsweg, vorbei an mehreren Heiligenbildchen führt die schöne Strecke. Zwar matschig aber immerhin 20° kühl! Bald ist Runde 1 erledigt. Bei der Bachpassage berichtet Ute, dass bis auf 2 Läufer alle durch das Wasser marschiert sind. Ralph kommt und zeigt uns in Runde 3 wie man es richtig macht. Badetag!

Wenn schon nass, dann richtig!

Ich laufe wieder die Umgehungsstrecke. In Runde 4 ist der Bach wieder abgeschwollen und ich bleibe mittels der Steine auf der Originalroute. 

Der Autor über dem Wasser

Nun kommt die Sonne hervor, die Wolken lösen sich auf und ich freue mich, dass es heute nur 28° sind, die nächsten Tage soll es noch viel heißer werden. 

Schloss Tatenhausen

Kurz vor dem Ziel passiere ich zum letzten Mal Schloss Tatenhausen, dass sich blau umrahmt herrschaftlich präsentiert. Was mit Blitz und Donner begann, geht in schönstem Sommerwetter zu Ende.