8.8. Holter Wald Ultra

Morgens um 6 Uhr baue ich den VP bei km 8 der Strecke auf. Um 6:30 Uhr starte ich bei 10 Grad direkt auf Ulis Terrasse. Uli, der Veranstalter, ist ein Freund der kurzen Wege, dabei läuft er doch am liebsten Ultramarathon! Die Runde ist 19,5 km lang und wird zweimal durchlaufen. Es ist herrlich frisch, ich laufe und gehe im Wechsel. Heute ist nur Vorbereitung, denn mein Ziel ist der HuBuT am 16.8. im Hunsrück.

Jagdschloss

Die Strecke führt zunächst vorbei am Jagdschloss Holte. Ein Privatbesitz mit Türen und Toren und Schildern „Nur für Schlossbewohner!“ Dann geht es auf eine große Schleife durch den Wald. Hier führt der Bach noch etwas Wasser, denn hier gab es wohl ein, zwei Gewitter in den letzten Wochen.

„Ölbach“ und „Mühlengrund“ zeugen von früheren aktiven Mühlen im Wald. Teilweise sieht man noch Fundamente und das Mühlencafe, an dem sich noch das Mühlrad dreht. Den Weg dorthin ziert leider der ‚Standardspruch: „Privat – betreten verboten!“ 

Wiesenwege

An den Wiesenrändern entlang. Hier warten Blumen aber auch Brombeeren und Brennnesseln auf den Naturfreund. Nach 19,5 Kilometern erreiche ich wieder den Startort. Nach einer Stärkung auf Ulis Terrasse gehe ich in die 2. Runde. Auf dem Pendelstück kommen mit einige Läufer entgegen. Später bei Kilometer 8 kommen mir 4 Läufer entgegen, die die Strecke nun andersherum laufen. Gemeinsam stärken wir uns. Wir sind alle froh, dass hier Getränke bereitstehen, denn die Hitze ist nun deutlich zu spüren.

VP bie km 8 bzw. km 11,5

Große Teile der Strecke führen durch den schattigen Wald. Nach dem VP folgt der „Ho-Chi-Minh“ Pfad! Ein unebener Wurzelweg (Füße hoch!) durch den zugewachsenen Wald! Mehr Schatten geht nicht!

Ho-Chi-Minh – Pfad

Bald bin ich wieder auf einem breiteren Waldweg unterwegs. Erst eine eichenbestandene Allee, dann entlang am Ölbach.

Der Ölbach

Insgesamt eine abwechslungsreiche Strecke mit dem Jagdschloss als Ort der Streckentrennung. Nach 39 Kilometern bin ich zurück auf der Terrasse, wo bereits einige ihr Finish feiern. „Nein, ich bin NOCH NICHT fertig, ich muss noch zum Wendepunkt“, erkläre ich den anderen. Denn 39 Kilometer sind weder Marathon noch Ultra. Und da Uli nur Ultras läuft, werden nun noch 6 Kilometer drangehängt. Uli hat es genau vermessen und einen Gullideckel markiert. Also nochmals etwas Sonnencreme auftragen und hinaus in die Siedlungssonne. 27° im Schatten! Schatten gibt’s hier leider nicht! Boah ey!

Dieser markante Gullideckel muss umrundet werden. Dann zurück Richtung Ziel. Die beiden letzten Kilometer marschierte ich mit Gerd. Geschafft! Gemeinsam mit 4 verbliebenen Finsishern gibt es ein Zielwasser. Gerd regt an, die Strecke etwas zu verlängern, um die Wendepunktstrecke einzusparen. Egal, für heute ist der Ultra erledigt. Der HuBuT kann kommen.

21.6. Schloss Tatenhausen Ultra

Als der Wecker um 5 Uhr klingelt und ich den Regen draußen höre, schaue ich das Wetter für Halle/Westf. nach. Uih! Heftige Gewitter mit Starkregen gehen nieder. Ute bietet heute wegen der Hitze zwei Startzeiten an. Ich wechsle von 6:30 Uhr auf 7:30 Uhr, Gewitter muss nicht sein.

HEFTIG!!!

Die Runde von 9,1 km wird fünfmal gelaufen. Am Startort ist es um 7:30 Uhr fast trocken. Die ersten Frühstarter kommen vorbei, klitschnass! „Die Wege sind voll Wasser und Matsch, kaum zu laufen, berichten sie. Der Bach ist passierbar.“ Der Start der zweiten Läufergruppe erfolgt und schon nach 50 Metern ist der Weg sehr schlammig, kaum passierbar. Immer die besten Stellen suchen! Nach einem Kilometer erreiche ich den kleinen Bach und höre schon, dass er nun viel mehr Wasser führt. An der Stelle, wo man den Bach sonst über mehrere Steine trockenen Fußes überqueren kann, strömt das braune Wasser schnell vorbei, die Steine sind etwa 15 Zentimeter unter Wasser. Innerhalb von 30 Minuten hat sich die Situation hier völlig verändert.

Die Steine sind verschwunden!

Ich riskiere nichts und nehme einen Umweg in Kauf. Fix rufe ich Ute an, damit sie sich dort postiert, die Läufer warnt und auf die Alternative hinweist. Weiter geht es über Wiesenwege, das Gras ist nass und die Brennnesseln stehen kniehoch. Schnell sind die Füße nass.  Durch den Wald über einen Prozessionsweg, vorbei an mehreren Heiligenbildchen führt die schöne Strecke. Zwar matschig aber immerhin 20° kühl! Bald ist Runde 1 erledigt. Bei der Bachpassage berichtet Ute, dass bis auf 2 Läufer alle durch das Wasser marschiert sind. Ralph kommt und zeigt uns in Runde 3 wie man es richtig macht. Badetag!

Wenn schon nass, dann richtig!

Ich laufe wieder die Umgehungsstrecke. In Runde 4 ist der Bach wieder abgeschwollen und ich bleibe mittels der Steine auf der Originalroute. 

Der Autor über dem Wasser

Nun kommt die Sonne hervor, die Wolken lösen sich auf und ich freue mich, dass es heute nur 28° sind, die nächsten Tage soll es noch viel heißer werden. 

Schloss Tatenhausen

Kurz vor dem Ziel passiere ich zum letzten Mal Schloss Tatenhausen, dass sich blau umrahmt herrschaftlich präsentiert. Was mit Blitz und Donner begann, geht in schönstem Sommerwetter zu Ende.