
Vom Treffpunkt = Etappenziel in Rheine werde ich nach Lienen zum Start der 3. Etappe gefahren. Gestern habe ich mich vom Regen am 1. Tag erholt. Pünktlich um 8 Uhr werden wir vom Orgateam auf die Strecke geschickt. Es ist mit 10° kühl, ohne Wind und mit Sonne aber angenehm. Der erste Kilometer wird marschiert, fast alle starten langsam in die letzte Etappe. Bis auf Mike, er ist schon auf und davon!

Nach einer sehr steilen Rampe erwartet uns der Dyckerhoff Steinbruch, wo aus Kalkstein Zement hergestellt wird. Für den Sockel der Freiheitsstatue in New York lieferte Dyckerhoff 1.380 Tonnen Portlandzement. Neben üblichem Zement werden auch Sonderprodukte produziert. Das Werk Lengerich ist weltweit einer der größten Produzenten von Tiefbohrzement.

Durch die 150jährige Abbautätigkeit ist ein mächtiger Steinbruch entstanden, an dem ich nun entlanglaufe. Es ist bereits der vierte Kalksteinbruch, den ich heute passiere. Drei kleinere folgen in Kürze. Immer weiter auf dem Kammweg mit schönen Blicken ins Münsterland. Wir passieren Lengerich und kommen zum Canyon, einem aufgelassenen Steinbruch mit türkisblauem Wasser. Nächster Halt: Königsteiche.

Früher ein Wasserspeicher für die Mühle von Haus Marck, heute ein Anglerteich. Direkt danach wartet Tanja am 1. Verpflegungspunkt auf uns. 15 Kilometer sich geschafft! Wir, Stefan, Hans, Friedrich und ich greifen ordentlich zu. Dann geht es weiter. Bergauf nach Tecklenburg.

Die Treppenanlage hinauf zum Tecklenburger Marktplatz ist ein Foto wert. Heute findet hier das Weinfest statt. Der Platz ist festlich geschmückt und die Bier(Wein)-zelt-Garnituren laden zum Verweilen ein. Hans und ich wollen aber weiter und sind bald Richtung Brochterbeck unterwegs. In Brochterbeck schlägt uns der Track einen schönen Umweg vor, den wir ignorieren. Vermutlich ist der Parkplatz Privatgelände und wird von Komoot + Garmin umgangen?!
Hans stellt fest, dass er auch hier bereits gelaufen ist. Er hat Recht, denn auf unserer heutigen Etappe laufen wir zeitweise auf folgenden Strecken von Ute, Detlev und mir:
- Holperdorper BergUltra
- Ahornweg Ultra Etappe 2
- Dyckerhoff Bergmarathon
- X 1648 Friedensweg MS – OS
- Canyon-Blick Ultra
- Lengerich Ultramarathon
- Tecklenburger Bergpfad mit Hexenküche
- Brochterbeck Marathon
- Dörenther Klippen Ultra
- Kletterfelsen Brumleytal Ultra
- Riesenbecker Panorama Ultra
- Marathon am Nassen Dreieck

Vom Königstuhl haben wir einen schönen Blick ins Bocketal. Den Dreikaiserstuhl und die Dörenther Klippen lassen wir rechts und links liegen. Nach der Bundesstraße geht es über vier Hügel zum Postdamm, wo uns Ute bei Kilometer 30 am VP 2 erwartet. Es gibt Pellkartoffeln mit Salz, Kekse, Schokolade und Lakritz. Mit frischen Getränken gehen Hans und ich wieder auf die Piste und sehen noch, wie Friedrich und Stefan ankommen.

Nun laufen wir auf den Spuren der Riesenbecker Sixdays zur Schönen Aussicht oberhalb von Riesenbeck. Nun lange bergab zur Millionenbrücke über den Mittellandkanal. Hans läuft voraus. Es folgt der letzte Anstieg hinauf auf den Huckberg, der nur noch 90 Meter misst. Als wir dann aus dem Wald kommen, liegt der Teutoburger Wald endgültig hinter uns.

Bevergern ist ein hübsches Dorf mit einer feinen Alle, einem Stadtgraben mit Zugbrücke und dem Rest einer Windmühle. Wir verlassen den Ort über den Marktplatz, wo Senioren bei Kaffee und Kuchen versuchen, ihr Gewicht zu halten! Entlang der Bevergerner Aa endet die schöne Strecke.


Was kommt sind lange Geraden, erst geteert, dann Waldweg. Das ist langweilig! Wir versuchen, viel im Laufschritt zu erledigen, damit es bald vorbei ist. Wir sehnen den 3. VP herbei, der sich bei km 46 befinden soll. Erst noch ein kurzer Verlaufer, dann ist es endlich so weit. Ute empfängt uns an einer windigen Tisch-Bank-Kombination. Wir beeilen uns, denn schnell wird uns kalt. Ute begleitet uns noch ein paar hundert Meter, eilt dann zurück zum VP. Es folgen interessante Wiesenwege. Nach einem Feld führt uns der Track über Wege, die schon lange nicht mehr begangen wurden und ein H sehen wir auch nicht mehr.

Ein Waldbesitzer hat ordentlich Äste aufgeschichtet, um ein Passieren unmöglich zu machen. Aber wo ein Track ist, da ist auch ein Wille und der versetzt bekanntlich sogar Berge. Verbotene Wege sind immer besonders spannend! Als wir diesen Wald verlassen, sehen wir das Schild:

Nun kenne ich mich wieder aus und bald sind wir zurück auf dem H-Weg. Noch ein Waldstück durchlaufen, durch die Siedlung und weiter Richtung Ems. 3 Kilometer vor dem Ziel hält Tanja nochmals Kola und Kekse bereit. Danke sehr!! Nun hinauf auf die Brücke über die Ems. Die Brücke teilen wir uns mit der Bahn!


Mein Oberschenkelheber schmerzt stark, ich kann nur noch wandern. Noch 2,5 Kilometer, das werde ich schaffen! Hans ist fit und läuft weiter. Immer entlang der Ems. In Rheine-City dann über die Brücke auf die andere Ems-Seite und bald über die nächste Brücke wieder zurück.

Über den schicken Markplatz Richtung Ziel. Vor dem Bahnhof das letzte Hindernis: Die Fußgängerampel, die ewig benötigt, um auf grün zu schalten. Noch 50 Meter, der Bahnhof, geschafft. Ich gratuliere Hans und gemeinsam geht es zu den Autos. Eine weitgehend schöne Etappe bei bestem Wetter liegt hinter uns.
Ob es in 2 Jahren den 3. Hermannsweg-Etappenlauf geben wird? Ich wäre wieder mit dabei, da ich ja die 2. Etappe noch kennenlernen muss!