06.09. Hermannsweglauf Tag3

Vom Treffpunkt = Etappenziel in Rheine werde ich nach Lienen zum Start der 3. Etappe gefahren. Gestern habe ich mich vom Regen am 1. Tag erholt. Pünktlich um 8 Uhr werden wir vom Orgateam auf die Strecke geschickt. Es ist mit 10° kühl, ohne Wind und mit Sonne aber angenehm. Der erste Kilometer wird marschiert, fast alle starten langsam in die letzte Etappe. Bis auf Mike, er ist schon auf und davon!

Start 3. Etappe

Nach einer sehr steilen Rampe erwartet uns der Dyckerhoff Steinbruch, wo aus Kalkstein Zement hergestellt wird. Für den Sockel der Freiheitsstatue in New York lieferte Dyckerhoff 1.380 Tonnen Portlandzement. Neben üblichem Zement werden auch Sonderprodukte produziert. Das Werk Lengerich ist weltweit einer der größten Produzenten von Tiefbohrzement. 

Steinbruch etwa 2,5 km x 1 km

Durch die 150jährige Abbautätigkeit ist ein mächtiger Steinbruch entstanden, an dem ich nun entlanglaufe. Es ist bereits der vierte Kalksteinbruch, den ich heute passiere. Drei kleinere folgen in Kürze. Immer weiter auf dem Kammweg mit schönen Blicken ins Münsterland. Wir passieren Lengerich und kommen zum Canyon, einem aufgelassenen Steinbruch mit türkisblauem Wasser. Nächster Halt: Königsteiche. 

Königsteiche von Haus Marck

Früher ein Wasserspeicher für die Mühle von Haus Marck, heute ein Anglerteich. Direkt danach wartet Tanja am 1. Verpflegungspunkt auf uns. 15 Kilometer sich geschafft! Wir, Stefan, Hans, Friedrich und ich greifen ordentlich zu. Dann geht es weiter. Bergauf nach Tecklenburg. 

sehr kraftraubender Treppenanstieg

Die Treppenanlage hinauf zum Tecklenburger Marktplatz ist ein Foto wert. Heute findet hier das Weinfest statt. Der Platz ist festlich geschmückt und die Bier(Wein)-zelt-Garnituren laden zum Verweilen ein. Hans und ich wollen aber weiter und sind bald Richtung Brochterbeck unterwegs. In Brochterbeck schlägt uns der Track einen schönen Umweg vor, den wir ignorieren. Vermutlich ist der Parkplatz Privatgelände und wird von Komoot + Garmin umgangen?!

Hans stellt fest, dass er auch hier bereits gelaufen ist. Er hat Recht, denn auf unserer heutigen Etappe laufen wir zeitweise auf folgenden Strecken von Ute, Detlev und mir:

  • Holperdorper BergUltra
  • Ahornweg Ultra Etappe 2
  • Dyckerhoff Bergmarathon
  • X 1648 Friedensweg MS – OS
  • Canyon-Blick Ultra
  • Lengerich Ultramarathon
  • Tecklenburger Bergpfad mit Hexenküche
  • Brochterbeck Marathon
  • Dörenther Klippen Ultra
  • Kletterfelsen Brumleytal Ultra
  • Riesenbecker Panorama Ultra
  • Marathon am Nassen Dreieck

Aussichtspunkt

Vom Königstuhl haben wir einen schönen Blick ins Bocketal. Den Dreikaiserstuhl und die Dörenther Klippen lassen wir rechts und links liegen. Nach der Bundesstraße geht es über vier Hügel zum Postdamm, wo uns Ute bei Kilometer 30 am VP 2 erwartet. Es gibt Pellkartoffeln mit Salz, Kekse, Schokolade und Lakritz. Mit frischen Getränken gehen Hans und ich wieder auf die Piste und sehen noch, wie Friedrich und Stefan ankommen. 

Riesenbeck und Münsterland

Nun laufen wir auf den Spuren der Riesenbecker Sixdays zur Schönen Aussicht oberhalb von Riesenbeck. Nun lange bergab zur Millionenbrücke über den Mittellandkanal. Hans läuft voraus. Es folgt der letzte Anstieg hinauf auf den Huckberg, der nur noch 90 Meter misst. Als wir dann aus dem Wald kommen, liegt der Teutoburger Wald endgültig hinter uns. 

Bevergern ist ein hübsches Dorf mit einer feinen Alle, einem Stadtgraben mit Zugbrücke und dem Rest einer Windmühle. Wir verlassen den Ort über den Marktplatz, wo Senioren bei Kaffee und Kuchen versuchen, ihr Gewicht zu halten! Entlang der Bevergerner Aa endet die schöne Strecke.

Bevergerner Aa

Was kommt sind lange Geraden, erst geteert, dann Waldweg. Das ist langweilig! Wir versuchen, viel im Laufschritt zu erledigen, damit es bald vorbei ist. Wir sehnen den 3. VP herbei, der sich bei km 46 befinden soll. Erst noch ein kurzer Verlaufer, dann ist es endlich so weit. Ute empfängt uns an einer windigen Tisch-Bank-Kombination. Wir beeilen uns, denn schnell wird uns kalt. Ute begleitet uns noch ein paar hundert Meter, eilt dann zurück zum VP. Es folgen interessante Wiesenwege. Nach einem Feld führt uns der Track über Wege, die schon lange nicht mehr begangen wurden und ein H sehen wir auch nicht mehr. 

Sperrung

Ein Waldbesitzer hat ordentlich Äste aufgeschichtet, um ein Passieren unmöglich zu machen. Aber wo ein Track ist, da ist auch ein Wille und der versetzt bekanntlich sogar Berge. Verbotene Wege sind immer besonders spannend! Als wir diesen Wald verlassen, sehen wir das Schild: 

Nun kenne ich mich wieder aus und bald sind wir zurück auf dem H-Weg. Noch ein Waldstück durchlaufen, durch die Siedlung und weiter Richtung Ems. 3 Kilometer vor dem Ziel hält Tanja nochmals Kola und Kekse bereit. Danke sehr!! Nun hinauf auf die Brücke über die Ems. Die Brücke teilen wir uns mit der Bahn! 

Leider kommt kein Zug!
Das Ziel ist nicht mehr weit!

Mein Oberschenkelheber schmerzt stark, ich kann nur noch wandern. Noch 2,5 Kilometer, das werde ich schaffen! Hans ist fit und läuft weiter. Immer entlang der Ems. In Rheine-City dann über die Brücke auf die andere Ems-Seite und bald über die nächste Brücke wieder zurück. 

Blumen und Ems

Über den schicken Markplatz Richtung Ziel. Vor dem Bahnhof das letzte Hindernis: Die Fußgängerampel, die ewig benötigt, um auf grün zu schalten. Noch 50 Meter, der Bahnhof, geschafft. Ich gratuliere Hans und gemeinsam geht es zu den Autos. Eine weitgehend schöne Etappe bei bestem Wetter liegt hinter uns. 

Ob es in 2 Jahren den 3. Hermannsweg-Etappenlauf geben wird? Ich wäre wieder mit dabei, da ich ja die 2. Etappe noch kennenlernen muss!

04.09. Hermannsweglauf Tag1

Unser ständiger Begleiter

Um 7 Uhr fahren die Taxis uns vom Ziel in Bielefeld nach Leopoldstal zum Start. Unser Taxi wirft uns an den Gleisen aus dem Auto und weg ist es. Wir finden keinen Bahnhof, nur ein Stellwerk. Google-Maps sagt, der Bahnhof ist aus der anderen Seite etwa 900 Meter entfernt. Prima! Der Lauf beginnt also mit einer Verlängerung der Strecke! Plus Verspätung. Alle anderen haben den Bahnhof auf Anhieb gefunden! Nach Begrüßung und Briefing von Ute geht es um 8:15 Uhr los. 

Heidelandschaft

Gemeinsam mit Natascha mache ich mich auf den Weg. Die Strecke führt sofort hinauf Richtung Velmerstot. Es handelt sich um einen Doppelgipfel, die Schwestern sind Preußische Velmerstot (468 NN) und Lippische Velmerstot (441 NN), Hier oben verlief die Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Fürstentum Lippe. Wir bleiben im Lippischen und umrunden den höchsten Punkt, auf dem ein Gedenkstein thront. 1916 wurde dieser anlässlich der Vermessung aufgestellt. Auf dem Stein findet sich dieser Spruch: „Komm gern zu mir und schone mich, denn alles geschah für dich!“

Lippische Velmerstot

Der Weg führt nun durch eine herrliche Heidelandschaft mit schönen Ausblicken. Nach einem anstrengenden Abstieg über Stock und Stein und Wurzelwerk, kommt endlich ein breiter Forstweg, den man laufen kann. Bald kommen uns Friedrich und Stefan entgegen, sie haben den Abzweig verpasst. Gemeinsam strunkeln wir den nächsten unwegsamen Singletrail entlang. Kurz nach dieser morschen Brücke verlieren wir die beiden wieder. 

Nicht ungefährlich

Externsteine 4,4 Kilometer zeigt das Schild unser nächstes Ziel an. Wieder aufwärts, abwärts, wieder eine Steigung, leicht ist anders! Über den Knickenhagen kommen wir zu den Externsteinen, die uns ganz oben begrüßen. Nun steil abwärts und schon stehen wir vor der beeindruckenden 40 Meter hohen Sandsteinformation. Kein Wunder, dass dieser Ort die Menschen zu jeder Zeit begeistert hat und von ihnen verehrt wurde. 

Felsformation mit „Wackelstein“

Noch heute gelten diese Felsen als Kraftort mit geomantischen und spirituellen Eigenschaften. Esoterische Gruppen feiern die Walpurgisnacht und die Mittsommernacht mit festivalartigen Aktivitäten rund um die Steine.

40 Meter hoher Sandstein

Natascha muss den Lauf hier leider verletzungsbedingt beenden. Sehr schade! Frank wartet an den Steinen und kümmert sich! So gehe ich allein in die nächste Steigung, den Bärenberg. Seit Beginn des Laufes orientiere ich mich an der guten Beschilderung des Wanderweges und nutze keinen Track. Bald hole ich Friedrich und Stefan wieder ein, die einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt gemacht haben. Wir passieren auf Höhe 415 Meter den Gedenkstein „Vogeltaufe“.

„Vogeltaufe 415“

Die Sage: Der Abt Anastasius wollte an dieser Stelle lippische Heiden taufen. Als die begleitenden Mönche überfallen wurden, begann die Taufe ohne sie. Bei der Taufe von Abbio von Titomalli zwitscherte plötzlich eine große Schar Vögel fröhlich dazu.

Am folgenden Abzweig weist der Track nach rechts, die Markierung nach links. Wir folgen der Markierung, was uns etwa 1,4 Kilometer Mehrweg einbringt, wie ich am Folgetag bei der Ansicht der Strecke feststellen werde.

Nach einem technischen Halt bin ich wieder allein unterwegs. Der Anstieg zur Adlerwarte Berlebeck ist echt steil. Leider sehe ich keine Flugkünstler, denn die Vorstellungen beginnen erst in 15 Minuten. 

Hermeline

In einem Hauseingang sehe ich diese Pappkameradin, es kann nicht mehr weit sein bis zum Denkmal. Zur Vorsicht hatte ich Komoot eingeschaltet. Ich folge dem H und schon meldet sich die Stimme: „Du bist nicht mehr auf der Strecke, schau auf die Karte!“ Mist, wieder weicht der Track ab vom H. Also 200 Meter zurück!  

Hermannsläufer

Nächstes Ziel: Hermannsdenkmal. Hier treffe ich meine Mitläufer wieder. Wir verlassen die Strecke für ein Foto am Denkmal, so viel Zeit muss sein.

Seit 1875 steht er hier. Alle 3 Stunden ist Handwechsel! 😉

Aussichtsstelle

Bei km 22,2 soll der VP1 auf uns warten, meine Uhr zeigt bereits 23 km an!? Es geht abwärts mit einem herrlichen Ausblick ins Detmolder Land. Nur Schade, dass die Sonne nicht scheint! Mehrere H-Markierungen, wir folgen einer zu einem Wassertretbecken. Auch hier: Das war falsch. So sammeln wir Meter um Meter, Umwege!

Schutzhütte = VP1

Endlich tauchen Ute und der VP vor uns auf. Meine Getränke sind schon seit einer Stunde alle, schnell Flaschen auffüllen und viel trinken. Leckere Pellkartoffeln gibt es und Kekse! 25,3 km zeigt meine Uhr! Aber Ute behauptet steif und fest: „Hier ist Kilometer 22,2, wenn ihr dem Track gefolgt seid!“ Mein Fazit: Das wird ein langer Tag heute!

Donoper Teich

Wir stellen fest, dass der Hermannslauf einen ganz anderen Verlauf hat als der Hermannsweg. Vom Ehberg keine Spur! Dafür passieren wir den Donoper Teich, idyllisch mitten im Wald gelegen. Es folgen Bienen Schmidt, eine Waldwirtschaft mit Biergarten, und die Quelle Rethlage. Leider ist diese auch ausgetrocknet nach der Dürre in diesem Sommer! Wir kommen dann doch auf die Stecke vom Hermannlauf. Wir marschieren den Tönsberg hinauf.

Ehrenmal

Wikipedia: Das Ehrenmal aus dem Jahr 1930 erinnert an die im Ersten Weltkrieg (1914–1918) gefallenen Soldaten des Königlich Preußischen Königs-Infanterie-Regiments Nr. 145.

Ein Blick nach Norden: Regen verdeckt den Blick ins Land. Erste Tropfen, eine Sturmböe. 15 Sekunden später schüttet es. Kurzer Halt, Regenjacke an. Friedrich kämpft mit seinem flatternden Plastikumhang! Am Kump, einem Rest einer Windmühle vor Oerlinghausen mache ich ein Regenfoto. 

Ab hier ist der Regen unser ständiger Begleiter

Kurz nach Oerlinghausen wartet Ute, bewaffnet mit Regenschirm und Regenzeug, am VP2 auf uns. Wir sind klatschnass, alles ist klatschnass! Nur die Kekse in der Box sind trocken. Weiter, wir müssen weiter! In Bewegung bleiben!

Statt durch das Schopketal laufen wir um einen Berg herum, bis wir an den Lämmershagener Treppen wieder auf den Hermannslaufweg treffen, dem wir nun bis ins Ziel folgen werden. An den Treppen mache ich das letzte Foto. Denn ab hier kämpfen wir mit dem und gegen das Wetter! 

Eine Legende, die Lämmershagener Treppen

Ute meldet sich, an der Sparrenburg findet wohl bald ein Volkslauf statt, es seinen Absperrungen aufgebaut. Ok, das werden wir schon irgendwie schaffen. Sie soll uns nur nicht nachmelden! Dafür reicht die Kraft nicht mehr.

Nach der Gaststätte Eiserner Anton setzt Starkregen ein, begleitet von heftigen Sturmböen! Gegensturm! Alter Schwede! Mein Oberkörper ist nass und kühlt aus. Es bewahrheitet sich: „Der größte Feind des Läufers ist der Wind!“ Eine zweite Regenjacke hilft da sehr! Gut, dass ich immer alles im Rucksack dabeihabe! Bergab begleiten mich kleine rot gefärbte Flüsse. In der Senke steht das Wasser 15 Zentimeter tief, Umgehung Fehlanzeige! Und im folgenden Aufstieg umspielt, überspült braune Brühe meine Schuhe. 

Zwei Kilometer vor dem Ziel treffen wir auf die Volksläufer. Der Lauf findet statt, das hatten wir nicht erwartet! Wir müssen uns durch das Feld schlängeln, um auf die Promenade zu gelangen. Es ist ein Feuerwehrlauf. Sehr passend! Es schüttet wie aus C-Rohren! 

Noch 1 Kilometer. Wenn wir nun durchlaufen bis zur Sparrenburg, werden wir die Plätze 1 bis 3 in der 10 km Wertung belegen. Aber: Wir wollen ja den echten Siegern die Schau nicht stehlen und machen kurz vor dem Ziel Schluss für heute. Uhr abdrücken, fertig! Etappe 1 mit 3,5 Zusatzkilometern geschafft! Friedrich und Stefan haben sogar plus 4,5 km auf der Uhr! Wir machen uns auf den Weg zu den Autos und klatschen für die vorbeihechelnden Finisher über 10 Kilometer Feuerwehrlauf. Unser Ziel: Raus aus den nassen Klamotten!

30.08. Riesenbecker Panorama UltraTrail

Im März hatte Detlev die Idee zum Riesenbecker Panorma UltraTrail. Im Mai sind wir dann gemeinsam die Strecke abgelaufen. Mein Eindruck damals: „Das kannste so nicht anbieten! So viele schwere Singletrails mit jeder Menge Stolperfallen!“ Und dann dieser so richtig steile Abstieg, bei Nässe nur auf dem Hosenboden rutschend zu bewältigen!“ 

Aber Detlev blieb bei seinem: „Das-Geht-Schon!“ Die Ausschreibung wird erstellt für den 29.8., drei Runden je 15,1 Kilometer und 270 Höhenmetern (Komoot). Vorsichtshalber kaufe ich zwei 20 Meter lange Seile für diesen Weg in den Abgrund!

Sicher ist sicher!

Am Donnerstag vor dem Lauf gehen wir die Strecke nochmals ab und markieren mit rotem Kreidespray die Wegführung und Stolperfallen. Wir bringen die Seile am Abstieg an. Für geübte Trailläufer und bei trockenem Wetter sicherlich nicht unbedingt nötig aber in Runde 3 mit müden Beinen doch sehr hilfreich. Nach dem Kontrollgang ändere ich meine Meinung und melde mich noch schnell an, denn die Strecke ist wirklich sehr schön!

Am Samstag starte ich bereits eine Stunde vor den anderen, denn ich werde heute sicherlich lange unterwegs sein! Oben am ehemaligen Steinbruch gibt es die erste Aussichts- und Foto-Stelle.

Am Rand des Steinbruchs

Dann erholsam bergab. Ich habe vorgestern die Strecke mit markiert und bin doch stellenweise unsicher, wie es denn nun weiter geht. Die roten Markierungen wurden von Gewitterregen gestern arg in Mitleidenschaft gezogen. Als ich zu der Erinnerungsstelle an Heinz Brede komme, weiß ich, dass ich richtig bin.

Weiter bergab, wieder bergauf, wieder bergab. Immer wieder anspruchsvolle Singletrails. Teils ausgewaschene Wege mit überraschenden 40 Zentimeter tiefen Stufen. Höchste Konzentration im Farn-Dschungel!!

Im Farn-Dschungel

Halbzeit, ich bin am Alten Postdamm angekommen, nun geht es zurück. Zunächst einen unscheinbaren Weg finden, der rechts ab und steil hinab führt. Es folgt bald ein herrlicher Wiesenweg!

Wiesenweg mit alten Bäumen

Immer auf und ab. Höhenmeter gibt es reichlich! Nach dem Lauf werden wie feststellen, dass es nicht 270, sondern 380 Höhenmeter je Runde waren. Alter Schwede! Auf dem Lagerberg erwartet mich ein Drache, ein Foto wert!

Ein garstiger Drache!

Anspruchsvolle Trails folgen und Umwege zum Sammeln von etlichen Höhenmetern. An der Schönen Aussicht findet gerade eine Veranstaltung statt: 100 Jahre Schöne Aussicht. Da sind viele Familien bei Kaffee + Kuchen + Spielen mit dabei.

Blick ins Münsterland – seit 1926!

Der Blick von hier oben Richtung Süden nach Riesenbeck und weit darüber hinaus ist einzigartig. Eine Tafel beschreibt, welche Orte sich in welcher Richtung und in welcher Entfernung befinden. 

Rastplatz mit Aussicht!

Nun folgen herrliche Trails über Nadelboden. Hinab zu einer Bank mit Panorama. Und weiter zu der Stelle, die unsere Seile sichern. Ich bin froh, hier gesichert absteigen zu können!

VORSICHT!

Nach den Seilen folgen noch rund 2 Kilometer auf trailigen Pisten aber ohne die sonst üblichen langen Gefäll- / Aufstiegspassagen. Hier überholen mich Christian und Klaus, die beiden Führenden. Am Parkplatz schaue ich auf die Uhr und bin erstaunt: Rund 15 Minuten schneller als befürchtet. Ich konnte doch mehr laufen als erwartet!

Auf geht’s in Runde 2. Hier habe ich Gelegenheit, noch einige Fotos zu schießen. Bald kommen Detlev und Carsten überholend vorbei. Hallo und Tschüß!

Panorama wie im Schwarzwald!
Sandsteinfelsen
Bildstock mit Maria und Kind

Auch die dritte Runde schaffe ich, obwohl mir die Anstiege ab Kilometer 35 richtig weh tun. Aber egal, das Ende ist absehbar. Für Fotos fehlt mir nun die Motivation! An der Schönen Aussicht wird mir von einer Jäger-Kombo das Signal geblasen: „Sau tot!“ So fühle ich mich auch! Ich armes Schwein muss aber weiter, noch 2,5 Kilometer.

Im Ziel muss ich zugeben, Detlev hatte Recht, es ist eine wunderschöne und auch wunderschwere Strecke. Für trittsichere Läufer, die Trails lieben, sicher genau das Richtige.

Etwas trinken und essen und dann weiter nach Riesenbeck. Ich darf ja auch noch die beiden Seile wieder entfernen. Dafür muss ich nochmals auf den Berg steigen. Bin ich platt! Beim Abknüpfen ärgere ich mich: Warum haben wir die Seile mit sooo vielen Knoten befestigt? Aber irgendwann ist auch der letzte Gordische Knoten gelöst!

Die Rückmeldungen der Teilnehmer sind überaus positiv: „Tolle Strecke!“; „Super Trails!“; „Bin begeistert!“; „Komme wieder!“ Also hat Detlev mit der anspruchsvollen Streckenführung alles richtig gemacht!

Kletterfelsen im Brumleytal

Nun hat Detlev schon eine neue Idee: Die beiden Läufe „Riesenbecker Panorama UltraTrail“ und „Kletterfelsen Brumleytal Ultra-Trail“ berühren sind fast am Alten Postdamm. Man könnte sie gut verbinden! Also rund 15 km plus 16 km ergibt 31 km. Das Ganze zweimal laufen. Richtig: Ein UltraTrail über etwa 60 km mit schlappen 1.750 Hm wäre dann das neue Angebot. Termin: Vermutlich im März 2027. Die Planungen werden aufgenommen.

23.08. Ahornweg Ultra 2. Etappe

Gestern stand die 1. Etappe des Ahornweg Ultra über 67 Kilometer an, hier habe ich an zwei Verpflegungsstellen unterstützt. Heute steht die 2. Etappe über 47 Kilometer auf dem Programm und ich kann mitlaufen, da Frank den VP1 bei km 18 übernimmt; Ute betreut den VP bei km 34. 

Gemeinsam mit Natascha mache ich mich auf die Socken. Vom Startort Lienen geht es bald steil hinauf zur Waldgaststätte Malepartus. Ein Vorgeschmack auf das, was heute noch so alles kommen wird. Nach 5,7 Kilometern stoßen wir auf den Ahornweg, nun unser ständiger Begleiter. 

Auf dem Schmuggelpättchen

Wir laufen nun auf dem Schmugglerpättchen, ein Trail auf der Grenze zwischen Preußen und Hannover, heute NRW und Niedersachen, Einfach ist wirklich anders! Bei Kilometer 10 stellen wir fest, dass der markierte Weg geradeaus führt, der Tack jedoch nach links weist. Wir laufen nach Track! Da gesagt wurde „Track vor Markierung“ biegen Natascha und ich links ab. Wir holen Martina, Lars, Friedrich und Stefan ein, die gemeinsam mit uns in der Vorwoche beim HuBuT im Hunsrück waren. Es folgt der Aufstieg zum Borgberg. An der Almhütte bei km 12 genießen wir den Blick hinab auf Hagen a. TW., den Ort, den wir gleich passieren werden. Lars hat die Idee für eine Gruppenfoto. Genial!

Lars, Natascha, Uwe, Friedrich, Stefan, Martina

Weiter geht es hinab nach Hagen und nach einem Hügel hinunter ins Tal, wo Frank bei km 18 mit dem VP auf uns wartet. 

VP Pause

Da es heute mit nur 14° relativ kühl ist, ist der Getränkeverbrauch niedrig. Nach der Stärkung geht es weiter, über einen Bauernhof hinauf Richtung „Achter de Welt“.  Wieder sind etliche Höhenmeter einzusammeln! Alter Schwede! Wir passieren den Varusturm, wo Natascha natürlich wieder Fotos machen muss. 

Rechts ist der Dörenberg zu sehen

Von ganz oben kaufen wir nun bergab nach ganz unten. Im Abstieg sehen wir bereits den nächsten Gegner, den Dörenberg. Mit 331 Höhenmetern wehrt er sich gegen seine Besteigung. Vom ehemaligen Forsthaus führt ein Anstieg mit 20% brutal hinauf. Auf der Höhe belohnt uns ein Ausblick über eine Farnlandschaft nach Georgsmarienhütte. 

Herrlicher Ausblick – Entschädigung für die Strapazen

Noch einen Kilometer gilt es zu steigen, dann ist der Karlsplatz erreicht. Nun moderat weiter bergan Richtung Hermannsturm. Aber erst einmal entscheiden wir uns für den falschen Weg! Nach 150 Metern heißt es umkehren. Nun ist die 6er HuBuT-Truppe wieder beisammen. 

Hermannsturm auf dem Dörenberg

Am Hermannsturm verlieren wir Lars und Martina, die sich den Schuh richten muss. Ihre Zehen schmerzen heftig! Die Querung der stark befahrenen B51 erledigen wir gemeinsam mit Friedrich und Stefan. Es folgen leichte Wiesenwege. Bis es wieder aufwärts geht. Mitten im Wald und völlig überraschend türmen sich etwa 80 Treppenstufen vor uns auf. Boah ey! Wer hat sich wohl die Arbeit gemacht, mitten im Wald? 

Als ich schon denke, das war’s, kommt doch noch der Anstieg auf den Musenberg. Nix Muse! SEHR anstrengend ist die Rampe hinauf auf den Kamm des Berges. Meine Pumpe ist am Anschlag, ich bin platt, meine Trinkflaschen sind leer. Alter Schwede!

HEFTIGER Anstieg

Natascha kämpft sich auch diesen Anstieg mit 25% Steigung hinauf. Diese Strecke soll (lt. Komoot) rund 1.000 Höhenmeter haben. Das glaube ich schon lange nicht mehr! 

Auf dem Kammweg Musenberg

Endlich oben auf dem Kammweg. Hier gibt es eine grandiose Aussicht plus einen sehr markanten Baum-Rest. Von hier aus führt dies Strecke fast zwei Kilometer bergab bis zum 2. VP bei Kilometer 34,5. Hier warten schon Ute und Frank auf uns. Ich bin so froh, dass ich nun meine Trinkflaschen auffüllen kann.  Hier hat Ute einen Zettel platziert: „Heute läuft Uwe seinen 800. M/U!“ Ok, dann wissen ja nun alle Bescheid. Auch egal!

Nun geht es vorbei am Zeppelinstein, hier ist in den 1930er Jahren ein Zeppelin abgestürzt. Weiter Richtung Bad Iburg, nun 4 Kilometer auf der Stecke vom Freeden-Ultra. Kurz vor dem Ort verlassen wir die bekannte Strecke, da wir noch eine Schleife durch Bad Iburg laufen. Dann taucht das Schloss vor uns auf.

Bad Iburger Schloss

Und Schlösser liegen meist oben auf einem Schlossberg. Hier auch! So langsam aber sicher gehen uns die Körner aus. Natascha greift immer öfter zu ihrer Cola im Rucksack und ich bin froh, wieder Iso im Tank zu haben! Wir folgen dem falschen Weg, denn hier treffen die beiden Schleifen des Wanderwegs aufeinander. Fast wären wir in die 67 km Schleife abgebogen! Natascha passt auf und führt und zurück!

Wir verlassen bald den Ahornweg und beginnen den Rückweg nach Lienen. Nach dem langen Anstieg auf dem Hermannsweg, Alter Schwede!, erreichen wir die Landesgrenze zu NRW. Am „Scheipers Pütt“ (Hochdeutsch Schäfers Tränke) verlassen wir den Hermannsweg und folgen dem Weg, den uns Ute ausgesucht hat. Leicht bergab in einem schönen Bogen, wie gemacht für ein letztes Strecken-Foto.

Ein feiner Weg bergab!

Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel treffen wir Andreas, der nicht sicher ist, welchen Abzweig er nun nehmen soll. Wir nehmen ihn mit und kommen gemeinsam ins Ziel am Freibad an. 47 Kilometer, rund 1.400 Höhenmeter, über 8 Stunden Laufzeit und eine sehr schwere Strecke liegen hinter uns. Natascha und ich sind sehr stolz, es geschafft zu haben, denn dies war kein Kindergeburtstag! Frank und Ute begrüßen uns im Ziel! Andere kommen hinzu, alle wollen nun noch gratulieren!

Bald kommen Friedrich und Stefan ins Ziel. Bei einem alkoholfreien Bier besprechen wir die schwersten Stellen des Laufes und stellen fest: Es waren 1.400, nicht 1.000 Höhenmeter! Wir warten noch auf Lars und Martina. Deutlich später als erwartet kommen die beiden auf die Zielgerade. Martina humpelnd, sie hat sichtlich starke Schmerzen. Aber sie hat gefinisht! Welch eine Energieleistung!

Ute führt die Ehrung im Namen des 100MC durch

Ute überreicht im Namen des 100 Marathon Club die Urkunde und gratuliert Uwe zum 800. Marathon/Ultra. Mit einem weiteren kühlen, alkoholfreien Getränk geht dieser Ultra zu Ende.

16.08. HuBuT

Ein Lauf gegen die Uhr!

Das Briefing soll um 7:45 Uhr stattfinden und die Teilnahme ist Pflicht. Die Organisatoren beginnen dann um 7:55 Uhr. Und da noch einige Teilnehmer an den WC anstehen, ziehen sich die Informationen in die Länge. Boah ey! Alles das, was schon in der Ausschreibung steht, wird nochmals wiederholt. Ich sitze auf heißen Kohlen, möchte nun endlich los, denn um 17 Uhr schließt der Zieleinlauf. Endlich, um 8:10 Uhr wird runtergezählt, von 10 (ich hatte schon befürchtet von 100!) und es geht los. Das Feld setzt sich in Bewegung.

Los geht’s
Besondere Pfade

Schnell bin ich weit hinten im Feld unterwegs, denn Probleme mit dem rechten Sprunggelenk lassen mich vorsichtig laufen. Es geht über viele schmale Pfade durch den Wald. Die Wege sind gespickt mit Baumwurzeln, gute Konzentration ist die Basis für einen sturzfreien Lauf.

Gut markierter Wiesenweg

Ein Wiesenweg bietet eine schöne Aussicht über die Höhen des Hunsrücks. Nach 9 Kilometern kommt das erste Kletterstück über Felsen, gesichert mit Seilen und Klampen. Inzwischen habe ich mich auf den letzten Platz vorgearbeitet und Anna-Lena hat mich eingeholt, sie macht heute die Besenläuferin. 

Gesicherter Abstieg

Mitte im Abstieg preschen die beiden Führenden des später gestarteten 27 Kilometer-Laufes an mir vorbei. Ich staune, mit welchem Tempo sie sich hier in die Tiefe stürzen – ohne zu stürzen! Es folgt eine Passage an einem Bach entlang, mal rechtsseitig, mal linksseitig und immer mal wieder über Stege über das Wasser. 

Stege, mal stabil mal labil
Baumstamm als Treppe – Auf geht’s!
Burg Balduinseck
Wieder mit Eisen gesichert!

Immer wieder geht es vom Tal hinauf auf den Berg, kurz vor dem 1. VP ein richtig steiles Stück sehr unwegsam empor zur Aussicht auf die Burg Balduinseck und seilgesichert wieder hinunter. Am VP schnell die Flasche aufgefüllt und weiter geht’s durch eine Bahnunterführung gemeinsam mit dem Morsdorfer Bach. Bei Kilometer 16 rechne ich hoch: Wenn es so bleibt, werde ich in 8:25 Stunden ins Ziel kommen. Beruhigend.

Wunderschön!

Entlang am Bachbett, dann wieder hinauf zu einem Aussichtspunkt, wieder hinab zum Bach, um dann wieder steil hinauf zu einer Schutzhütte auf dem Bergrücken. Steil hinab über sandige, steile Abstiege. Stellenweise muss ich die Hände einsetzen. Alter Schwede! Trails ohne Ende.

Gipfelkreuz mit Aussicht

Nun weist ein Wegweiser links zum Anstieg zur Geierlay-Hängebrücke. Leider führt die Laufstrecke nach rechts, nochmal hinab zu einem Bach und über einen Wiesenweg. Über mir höre Stimmen! Höre ich schon Stimmen? Kann das sein? Mein Blick hinauf geht zur Hängebrücke, die von hier sehr hoch aussieht. Die Menschen darauf wirken wie Spielzeugfiguren. Nun geht es aufwärts, 100 Höhenmeter! Alter Schwede!

Beeindruckende Höhe!

Kurz vor der Brücke überhole ich ein Läuferpärchen. Die Läuferin wird hier an der Brücke den Lauf beenden und sich zum Ziel fahren lassen. Nun bin ich nicht mehr Letzter. Die Brücke ist wie immer gut besucht. 400 Meter lang und 100 Meter über dem Bach führt die Strecke über dieses Highlight. Beeindruckend. Nichts für Leute mit Höhenangst! Alle Läufer müssen die Brücke passieren, es gibt keine Alternative!

100 Meter über dem Bach!
Schon 11 Jahre alt! Ob sie noch hält?

Nur 500 Meter nach der Brücke überholt mich der Läufer und ich trage wieder die rote Laterne. Bei Kilometer 25, am 2. VP stärke ich mich. Die Helfer weisen mich freundlich darauf hin, dass die Bäume wie im Vorjahr kreuz und quer über dem Weg liegen. Nach Hinweis: „Aber die Äste sind nun ab!“, mache ich mich auf die Socken.

Ganz vorsichtig!

Wieder ganz unten über eine Wiese zu einer nicht sehr vertrauenswürdigen Brücke. Vorsichtig balanciere ich über die wacklige Paletten-Konstruktion. Dann wieder aufwärts. Nach der Höhe folgt der Weg entlang am Wasser. Den Einstieg macht ein Hindernis mit vier direkt hintereinander liegenden Bäumen. Mutig steige ich auf die Stämme 1 + 2, rutsche ab und hole mir an der Eichenborke eine heftige Blessur am Oberschenkel. Das merke ich aber erst etwas später, als ich das Blut sehe, das am Bein hinab läuft. Wenigstens etwas, was hier läuft, denke ich. Denn es geht einfach nicht vorwärts!

Augen zu und durch!

Immer wieder liegen die Bäume im Weg. Zwingen mich hinab, drüber oder drunter her. Spektakulär ist die Stelle, als nix mehr geht. Steiler Hang-Aufstieg bis zum Wurzelwerk des Baumes, drum herum und danach so steil hinab, dass ich nicht weiß, wie! Alter Schwede! Hinter der nächsten Kurve geht es weiter. Einmal ist es so steil, dass jemand zur Abstiegshilfe ein Seil am Baum festgebunden hat. Dankbar nutze ich dieses Angebot. Irgendwann ist der Mikado-Weg dann endlich überstanden.

Sehr willkommene Seilhilfe!
Anna-Lena mit ihrer Ausbeute an Trassierbändern

Es folgt direkt danach ein heftiger Anstieg. In Serpentinen geht es hinauf auf einen Bergrücken mit Aussicht. Hier überhole ich zwei Läufer. Einer der beiden wird am nächsten VP aufgeben. Der Abstieg vom Berg ist schlecht gekennzeichnet, ich laufe erst falsch. Ansonsten ist die Strecke mehr als gut ausgeschildert. Schilder, Trassierband in den Bäumen und Kreidespray-Pfeile auf der Erde. Super! Kilometer 32, Hochrechnung: 9:09 Stunden! Ich habe rund 30 Minuten Zeit verloren! So werde ich die Cut-Off-Zeit von 8:50 Stunden nicht schaffen! Die Lösung: Nun noch mehr laufen! Fatal wäre ein DNF nach 47 Kilometern!

Ich treffe Stefan, er sitzt auf einen Stamm neben dem Weg: „Ich habe keine Körner mehr!“ Er wird am nächsten VP aufgeben. Meine Getränke sind erschöpft. Noch 2 Kilometer bis zum VP. Meine Zunge klebt am Gaumen. Die Sonne brennt! Bergauf! Schwer! Egal, ich muss das Tempo halten! VP 3, km 35. Ich lasse meine Getränkeflaschen nachfüllen und trinke 0,7 Liter Cola. Esse Kuchen, Pellkartoffeln, Käse, noch ein Wasser, ich muss weiter! Als ich loslaufe sehe ich Anna-Lena, die auf den VP zuläuft. Anna-Lena hat auch die Aufgabe die aufgebenden Läufer zu betreuen, sie kommt somit nicht so schnell voran.

Sehr eigenwillige Straßen(unter)querung

Bei Kilometer 40 hole ich 2 Läuferinnen ein. Nun marschieren Katharina, Iriene und ich gemeinsam. Am Stoppelfeld schaue ich nach dem Wetter. 30° im Schatten. Nur, hier ist kein Schatten. Alter Schwede! Es kommt ein Bach. Wir müssen diesem folgen und unter der Brücke durch. Nur gut, dass dieser Bach nur wenig Wasser führt. 

Heiß!

Bei Kilometer 44 erreicht uns Anna-Lena. Gemeinsam nehmen wir die letzten Trassierbändchen ab. Dann erreichen wir endlich das Ziel. 47,2 Kilometer zeigt die Uhr und 1.200 Höhenmeter – und 8:45:22 Stunden. GESCHAFFT! 223 von 240 gestarteten Läufer erreichen das Ziel. 

Geschafft!

Fazit: Ein besonderer Trail-Lauf mit vielen Highlights aber auch mit sehr anspruchsvoller Streckenführung. 2025 betrug das Zeitlimit 10 Stunden, nun noch 9 Stunden. Für mich ist dieser Lauf nun Geschichte, denn den Druck, gegen das Zeitlimit anlaufen zu müssen, möchte ich mir nicht mehr antun (Außer, die Bäume werden weggeräumt!). Für schnellere Läufer spreche ich die Empfehlung aus: Wer besondere Trails liebt, der ist hier genau richtig!

7.2.26 TTT Teufelskanzel

 Tunnelweg-Teufelskanzel-Trailmarathon – Ein Trail über Schnee und Eis!

Nach einem kurzen Briefing von Gerno machen sich die etwa 60 Starter pünktlich um 9:00 Uhr bei plus 1° auf den Weg. Der Radweg ist fast eisfrei. Wir biegen ab in den Wald und stehen im Schnee! 10 Zentimeter!

Der Tunnel wartet auf seine Besucher!
Stau am Eingang wegen Erinnerungsfotos!
Kein Wasser im Tunnel!

Im Tunnel ist es wider Erwarten trocken! Wir hatten nach dem leichten Tauwetter gestern einen kleinen Bach erwartet. Vor mir duckt sich Stefan durch den Tunnel. Auch am Ausstieg gibt es keine nassen Füße, da hatte Gerno doch zuviel versprochen. 

Tunnelausgang – Vorsicht Steinschlag!

Nach dem Tunnel steht der Anstieg auf den Sponberg an. Auf dem vereisten, rutschigen Weg kommen wir kaum voran. Da wir dann noch den Ausstieg zu der Treppenanlage verpassen, quälen wir uns zum Schluss gefühlt senkrecht hinauf.

Nach dem Tunnel ist vor dem Anstieg!

Endlich oben haben wir einen schönen leider sehr diesigen Blick auf das Werratal und Witzenhausen.

Blick ins Werratal

Nach dem Ausblick geht es bald bergab und hin zur stillgelegten Bahntrasse, die überwunden werden muss. Der Aufstieg ist schwierig, da die Vorläufer den Anstieg rutschig hinterlassen haben. Der Abstieg ist dann aber doppelt schwierig. So rutschig, es gibt kein Halten! So manch einer nutzt seinen Hosenboden für die Rutschpartie. Weiter geht es zurück zur DEULA. Nach 7,7 Kilometern haben die Kurzstreckler hier ihr Ziel erreicht.

Ich stärke mich am Auto und gehe als Letzter auf die lange Schleife. Bei Kilometer 10 ist Ende des Asphalts und der erneute Beginn von Eis und Schnee. Meine beiden Vorläufer legen hier ihr Ketten an, da bin ich gerne mit dabei. Die Yaktracks hatte ich letztmalig bei der Brockenchallenge an den Füßen. Weiter geht’s mit einem guten Gefühl an den Füßen durch die Winterlandschaft. 

Die Spuren neben der Strecke zeugen von einigen Ausrutschern

Die Ketten sind besonders im Abstieg oder wie hier bei hängendem Gelände sehr hilfreich. Immer wieder sehe ich Abdrücke von abgerutschten Läufern im Schnee. Nach dieser Passage steht der Aufstieg zur Burg Ludwigstein auf dem Programm.

Burg Ludwigstein
Blick zur Burg Hanstein auf der Bergkuppe

Oben an der Burg kommt ganz kurz die Sonne raus, aber schon 2 Minuten später es ist wieder bedeckt. Im folgenden, sehr schweren Abstieg sind wir zu viert: Chrissy, Katica und Marco sind bei mir. In Werleshausen finden wir den VP und stärken uns. Swen trifft ein, er hat die folgende 13 km Runde bereits fertig: „Sauschwer, sehr tief und sehr glatt!“, berichtet er. Während er Richtung Ziel rennt machen wir uns auf den Weg auf die Runde zur Teufelskanzel. Nach 200 Metern stelle ich fest: Meine Stöcke stehen noch am VP. Mist, also zurück! 

Der KOLONNENEWEG auf 1 Kilometer gewinne ich 300 Höhenmeter!
Alter Schwede! 25% bis 30% Steigung!!

Nun entlang der Werra Richtung Lindewerra. Bald bin ich in Thüringen. Der Kolonnenweg biegt nun links ab. Der Spaß beginnt. Von der Werra bis oben zur Aussicht sind es 1,3 km und 250 hm, wobei die Steigung immer weiter zunimmt. Endlich oben! Eine kurze Pause muss sein für den Blick ins Werratal, von wo der Aufstieg begann. Aber ich muss weiter. Ich bin noch immer nicht ganz oben. Ein Single-Schnee-Trail führt weiter bergauf. Hier waren nur wenige Leute vor den Läufern, die Spur ist nicht fest. Große Vorsicht, bloß nicht umknicken!

Junkerhöhe – hier liegen > 20 Zentimeter Schnee!

Der höchste Punkt unserer Strecke: die Junkerhöhe auf Höhe 511 Metern NN. Markiert mit einem Holzhindernis. Danach geht es 1,5 Kilometer mitten durch den Wald, immer schön der Spur folgen! Bis zur Teufelskanzel verliere ich etwa 60 Höhenmeter. Als ich etwas tiefer komme spüre ich, dass es taut. Die feuchten, seifigen Stellen werden mehr. Schnee, Eis und Sulz wechseln sich ab. Konzentration ohne Ende! Felsen tauchen auf und ich erkenne die Hütte an der Kanzel, da eine Funzel leuchtet. Kurz vor der Funzel biege ich rechts ab und komme durch den Schnee zum Felsen.

Teufelskanzel

Die Stufen auf den Felsen sind total vereist. Aber mit den Yaktrax ist es kein Problem. Oben ein Foto mit Aussicht und vorsichtig wieder runter vom Felsen. Ein Blick zum Handy zeigt, der Akku ist bald leer. Also kurze Pause an der Hütte und die Powerbank mit dem Handy verbinden. Pling, das Handy lädt!

Nur schwach zu erkennen – die Werraschleife

Weiter geht’s. Abwärts und durch Senken, in denen sich Schmelzwasser sammelt. Ich bin froh, dass ich die wasserdichten Socken genommen habe! Inzwischen habe ich 4 Läufer hinter mir gelassen, da ich mit den Ketten gut bergab laufen kann.

Ganz kurze Auflockerung Blick nach Osten, Thüringen
Burg Hanstein

Nächster Halt Burg Hanstein. Ein Foto und dann abbiegen. Es geht zurück, hinab nach Werleshausen, wo ich den VP erneut anlaufe. Kurzer Plausch mit Gerno und Jens und dann weiter, nur noch 9 Kilometer. Dieses Mal mit Stöcken!Es folgt der letzte Anstieg, in Serpentinen geht es hinauf zur Ebenhöhe. Oben gibt es eine schöne Sicht auf Burg Ludwigstein. Dort war ich vor Stunden!

Blick auf Burg Ludwigstein

Auf der Ebenhöhe liegt im Schatten wieder viel Schnee. Es ist hier kälter, der Schnee knirscht. Die Sonne verabschiedet sich so langsam. Endlich in Unterrieden!

Werrabrücke in Unterrieden, bald ist es geschafft!

Die Werrabrücke etwa 1,5 Kilometer vor dem Ziel. Meine Yaktrax habe ich ausgezogen, denn sie drücken nach 6 Stunden doch etwas im Zehbereich. Im Ziel, endlich! Geschafft! Ohne Sturz! Welch ein Lauf! Alter Schwede! Nun ist Erholung angesagt! Auf einen Start morgen beim Haferberg-HasenmühleUltratrail werde ich verzichten!

17.5.25 Vom See zum Schloss Ultra

14.5.25: Die Strecke steht, die letzte Info soll raus, da meldet sich Jenny am Mittwoch mit dem Hinweis: „Du weißt, dass am Samstag in Münster ein großer Flohmarkt auf der Promenade, also genau auf der Laufstrecke, stattfindet!? Da gibt es kein Durchkommen!“ Nein, weiß ich nicht! Jetzt aber! Also google ich mal. Ergebnis:

Liebe Flohmarkt-Fans, 
viermal im Jahr veranstaltet das Messe- und Congress-Centrum Halle Münsterland den Flohmarkt auf der Promenade zwischen Aasee und Schloss in Münster.

Termine für 2025

  • Sa. 17.05.2025 8-16 Uhr
  • Fr. 20.06.2025 20-2 Uhr Sommernachtsflohmarkt 
    Sa. 21.06.2025 8-16 Uhr (nur gewerblicher Markt)
  • Sa. 16.08.2025 8-16 Uhr
  • Sa. 20.09.2025 8-16 Uhr
  • Was erwartet euch? Kleine Schätze und große Schnäppchen! Von Vintage-Kleidung über Antiquitäten bis hin zu handgefertigten Kunstwerken – hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack. 
  • Verkaufen oder Mitmachen? Private und gewerbliche Standplätze können direkt online gebucht werden. Außerdem können auf der anmeldefreien Wiese des ehemaligen Lindenhof-Geländes an der Promenade kostenfrei private Stände aufgebaut werden. 
  • Auf dieser Homepage findet ihr weitere Informationen.

Jenny hat Recht! Na, das kann ja heiter werden, denke ich! Bestes Wetter für einen Flohmarkt! Also gibt es nur eins: Streckenänderung. Die Strecke vom See über die Promenade geht nicht. Ich entwerfe zwei Alternativstrecken. Jenny schaut sie sich an und empfiehlt Alternative 2. Vom See direkt zum Gelände des alten Zoos und vorbei an der Tuckesburg zur Hüffer-Straße und über die Ampel zum Schlossgarten. Danach hinter dem Schloss her (vorne soll der gewerbliche Trödelmarkt stattfinden), dann entlang der Gräfte bis zur Schlossbrücke und auf der Pendelstrecke zurück zum See. Kilometermäßig sollte es passen, etwa 47,2 Kilometer werden es wohl sein.

Ute erstellt fix neue Tracks für Garmin und Komoot. Am Donnerstag marschiere ich die Strecke ab und markiere im Wald noch mit Flatterband die richtigen Abzweigungen. Die Strecke am Aasee ist problemlos. Die Alternativstrecke ist entlang der Hüffer-Straße ist zwar etwas blöd aber so funktioniert es. 

Im Wald am Zoo

Donnerstagabend erhalten die Teilnehmer dann letzte Informationen und die neuen Tracks. Puh! Geschafft! Danke Jenny + Ute!

Samstag 7:20 Uhr. Briefing. Nochmals kurze Hinweise zur Streckenänderung durch den alten Zoo plus Pendelstrecke. Alles klar, meine ich! Da tauch Frank auf, der nur 2 Runden laufen möchte und schon eine Runde fertig hat. Frank: „Im alten Zoo sind überall Flohmarktstände, kaum ein Durchkommen! Man kann aber alternativ von der LBS zur Himmelreichallee laufen und dann zur Hüffer-Straße!“ Also bitte ich ihn, das Feld mitzunehmen und einzuweisen. 5,4,3,2,1, los! Weg sind sie! Gemeinsam mit Michael mache ich mich auf die Socken. Marschieren ist angesagt, denn seit vorgestern plagen mich wieder Adduktorenprobleme. 

Aasee mit Überwasserkirche

Michael erzählt viel und ausgiebig über sein Projekt in jedem Bundesstaat der USA einen Marathon zu laufen. Nur 3 fehlen ihm noch! Die Zeit verfliegt! Die Strecke ist schön. Nun Richtung LBS und Schloss, ich bin gespannt. Es ist 8:30 Uhr und schon alles voller Leute. Allerdings kann man die Stände umgehen und über den Parkplatz laufen, dann 30 Meter etwas Gedränge und weiter geht’s. 

Mit Kind und Kegel

Durch den Flohmarkt. Ich mache Fotos, denn das Getümmel muss auf die Urkunde. An der Hüffer-Straße tummeln sich die Radfahrer gemeinsam mit den Passanten auf dem Bürgersteig, mit Rücksichtnahme funktioniert es. Im Schlosspark ist dann plötzlich Ruhe, nix los! Die Rhododendren blühen und an der Gräfte zwitschern die Vögel. 

Im Schlosspark
Schlossvorderseite

In Runde zwei machen wir einen Ausflug zum Schlossvorplatz. Der ist komplett frei, der gewerbliche Flohmarkt darf hier wohl nicht aufbauen. Ein Foto und bald sind wir wieder an der Gräfte. 

Gräfte

Michael verabschiedet sich nun, er will schneller laufen. Ich treffe auf dem Pendelstück Gerd und Volkmar (Frühstart um 6 Uhr) sowie Jenny, kurzer Austausch und weiter. Hier auf dem Stück der Strecke treffe ich nach und nach fast das gesamte Läuferfeld. Auch schön!

Blühwiese
Tuckesburg

Im Gelände an alten Zoo fallen zwei Gebäude auf. Nr. 1: In der Nähe des alten Zooeinganges befindet sich die Tuckesburg. Heute ein Wohnhaus im Besitz der Stadt Münster.

Wikipedia: Die Tuckesburg liegt auf einem kleinen Hügel (dem „Weyhesche Hügel“) am Rande des alten Zoos.  Sie war das 1892 erbaute Wohnhaus von Hermann Landois, in dem er vom 17. März 1892 mit seinem Affen „Lehmann“ bis zu seinem Tod lebte. Er ließ die Burg direkt neben dem von ihm gegründeten Zoologischen Garten nach seinen Vorstellungen erbauen. Dort nannte er sich „Graf Tucks“.

Sperrmauer am ehem. Festungsgraben

Nr. 2: Am ehemaligen Festungsgraben gibt es die Sperrmauer mit dem Wasserbär. Einem innen liegenden Riegel zur Entwässerung des Grabens. Natürlich heute nicht mehr in Betrieb. Und der Festungsgraben ist nun ganz fest in der Hand von laut quakenden Fröschen!

Am See ist nun auch mehr los, ab 11 Uhr frischt der Wind auf und die Segler schnallen ihre Rettungswesten an.

Der Nachwuchs hat die Optimisten gesattelt

In der letzten Runde ist gegen 14:30 Uhr nur noch wenig los und die ersten Anbieter räumen ihren Krempel in übergroße IKEA-Taschen und mächtige Plastikboxen. So kann eine Person den gesamten Läuferverkehr lahmlegen! Egal, ich habe ja Zeit! Hier treffe ich auch noch Michael und Thomas die, mit Kaffeebechern bewaffnet, auch noch ein Schnäppchen machen wollen. Viel Erfolg dabei und Tschüß! 

Viel Betrieb am Anleger und im Restaurant

Die Resonanz der Teilnehmer ist dann sehr positiv: Schöne Strecke, kurzweilig, interessant, abwechslungsreich! Der Trödelmarkt hätte gar nicht so sehr gestört. Trotzdem werde ich bei der Planung der 2. Auflage auf die Flohmarkttermine achten! 

Oder vielleicht doch wieder parallel? Als Highlight? Der einzige Ultra mit Flohmarkt! Einzigartig!

(alle Fotos: Uwe Laig)

29.3.25 Sachsenweg Ultra 63 km

Ein Lauf im Rückspiegel

Preußisch Oldendorf – Steinhagen 63 km 1.365 Hm 13° sonnig

Um 7 Uhr ist Treffen an der Friedrichshöhe in Steinhagen. Mehrere PKW (Danke den Fahrern!) transportieren die Läufer nach Preußisch Oldendorf zum dortigen Schwimmbad (Höhe 85 NN). Dieses ist geschlossen, ein Schild weist auf das Ende des Badebetriebes am 7.9. hin. Punkt 8 Uhr gibt Ute Karklis nach einem kurzen Briefing den Start frei. 18 Unerschrockene machen sich auf die Socken. Schon nach etwa einem Kilometer sorgt Ute dafür, dass sich das Teilnehmerfeld ordentlich auseinanderzieht. Es gilt querwaldein über ein Rodungsgebiet zu gelangen. Bäume liegen quer, Äste im Weg und wer versucht, es zu umlaufen, stellt schnell fest, dass Brombeerranken sich auch nicht kampflos geschlagen geben.

Markierung S

Endlich endet das weglose Stück und es ist ein Waldweg erkennbar. Mit Markierung! Die ersten 100 Höhenmeter sind geschafft. Bald sehe ich, dass wir diesen Bereich auch hätten umlaufen können. Wie meint Ute ganz trocken: „Als ich den Weg letztes Jahr erkundet habe, lagen dort keine Bäume!“ Nun geht es nach der ersten Höhe hinab nach Börninghausen (85 NN), dort beginnt der zweite Anstieg des Tages! Die Sonne setzt sich nun immer mehr durch, es macht Spaß!

unsere Veranstalterin

Wir folgen dem Track, immer weiter bergauf, bis ein Turm sichtbar wird. Der Nonnenstein (273 NN). Zur Namensfindung gibt es eine Geschichte.

Nonnenstein

Die Sage: Laut einer Sage verdankt der Nonnenstein seinen Namen einem schönen Burgfräulein namens Hildburga: Sie war die Tochter des Ritters, dessen Burg auf dem Berg stand. Zum Missfallen ihres Vaters war das Fräulein in den armen Ritter vom Limberg verliebt, und so veranstaltete der Vater ein Turnier: Der Ritter, der gewinne, dürfe um ihre Hand anhalten. Und so kam es, dass sich am Ende des Turniers der Vater und der Ritter vom Limberg gegenüberstanden. Sie prallten mit ihren Pferden und Lanzen so stark aufeinander, dass sie sich gegenseitig aufspießten und starben.

Hildburga versprach nach diesem Drama, Nonne zu werden, und machte aus der Burg ihres Vaters ein Kloster. Nach ihrem Tod regierten die Nonnen dort so kaltherzig und erbarmungslos, dass die ansässigen, verarmten Bauern die Burg stürmten und bis auf einen einzigen Turm und den Grundstein zerstörten. Daher der Name „Nonnenstein“. Im Volksmund hat sich der Name des Berges irgendwann auch auf den Aussichtsturm übertragen.

Einige Unersättliche sammeln weitere Höhenmeter

Der Turm wurde 1897 errichtet und 1968 auf 14 Meter Höhe aufgestockt. Martina, Katja, Lars, Uli, Friedrich und Marco erklimmen die Aussichtsplattform. Ob sie tatsächlich bis zum Hermannsdenkmal schauen konnten, verraten sie nicht.

traumhafte Aussicht

Der herrliche Ausblick, den wir beim Bergablaufen genießen, reicht bis zum Teutoburger Wald, den wir in etwa 40 Kilometern in Borgholzhausen erreichen werden. 

In Rödinghausen haben wir das Wiehengebirge verlassen und auch der Hund verlässt uns hier. Hans gibt seinen Leihhund beim Besitzer ab und bald sind wir in einer Achtergruppe unterwegs. Es ist nun weitgehend flach, Wiesen- und Waldwege wechseln sich mit Straßen ab. 

Naturdenkmal

Auf dem Weg durch das Kilverbachtal kommen wir vorbei an „Höpkers Eiche“, die hier schon seit über 250 Jahren steht. Die Strecke verlässt immer wieder die direkte Route, und führt, immer wieder abbiegend, über schöne Wege. Mühlen und Mühlenteiche sind Zeugen der Versorgung der Bevölkerung im Mittelalter. 

Stauteich einer Wassermühle
Glück gehabt, offene Schranken!

Bei Bruchmühlen werden die Bahn, die Else und bald die A30 überquert. Ein Unfallort (totaler Blechschaden) wird gerade geräumt und die „Bruchmühlen“ werden abgeschleppt. 

Und schon sind wir wieder im Wald unterwegs. 7 Gestalten oder 7 Zwerge! Mir kommt das Zwergenlied von Otto in den Sinn.

Hey Zwerge, hey Zwerge, hey Zwerge ho!
Hey Zwerge, hey Zwerge, go, go,go!

An einigen Stellen weichen die Streckenmarkierungen vom Track ab, aber immer wieder kommen die Varianten zusammen. Ute hat einige Male die Strecke „umgelegt“! So auch kurz vor Riemsloh. Den Verpflegungspunkt bei km 22,8 erreichen wir dann aber gemeinsam und die Schlacht am hervorragenden kalten Buffet beginnt. Carina, danke für die perfekte Betreuung!

Ausgiebige Pause

Nach der Pause geht es weiter über Schiplage zum Schloss Königsbrück. Das sehenswerte Schloss ist von einem doppelten Wassergraben umgeben, was aber nicht hilft, wenn das Schlosstor nicht verschlossen ist! 

Königsbrück

Der Sage nach soll der Sachsenherzog Wittekind 783 seine Männer vor der Schlacht an der Hase gegen Karl den Großen an der Brücke über die Warmenau gesammelt und von hier aus befehligt haben. Dies ist heute schwer nachzuweisen, sicher ist nur, dass die Sachsen die Schlacht verloren haben.

Lars versucht, uns zu einem Besuch im Schloss zu überreden, wir lehnen ab, denn wir müssen weiter dem Sachsenweg folgen! Immer wieder grüßen uns die Kirchtürme kleinerer Gemeinden, so auch die von Theenhausen und Barnhausen zwischen denen sich bei km 38,5 das Wasserschloss Haus Brinke befindet. 

Hey Zwerge!

Ein endloser Wiesenpfad! Was jedoch lockt, sind die plötzlich recht nahen Berge. Der Teutoburger Wald ist nicht mehr weit entfernt. Über einen Umweg erreichen wir dann endlich bei km 42,2 Borgholzhausen. Marathon ist geschafft, nur noch 20 Kilometer.

Borgholzhausen-Zentrum

Hier endet der Sachsenweg. Ute hat die Fortsetzung nun über den Hermannsweg geplant. Ich muss die Zwergentruppe ziehen lassen, da ich dringend ein Blasenpflaster an die rechte Ferse heften muss. Das dauert! Lange! Nun bin ich alleine unterwegs! Wo geht es weiter? Ich starte Komoot und folge den Ansagen hinauf Richtung Burg Ravensberg.

Burg Ravensberg – Lars, danke für das Foto!

Kurz vor der Burg zweigt der Track links ab. Ich folge dem Weg und lasse ich die Burg rechts liegen, denn vielleicht erreiche ich meine Einheit noch!? Bald führt der Weg (ein Pendelstück) zum Haus von Benedikt, wo sich der zweite VP bei km 47,7 in der Garage befindet. Ich treffe noch Uli und Stephan aber meine Truppe nicht. Als ich mich nach einer Stärkung wieder auf den Weg mache, kommen mir bald meine Mitläufer entgegen. Sie haben noch den Umweg zur Burg Ravensberg gemacht, das alte Gemäuer bestaunt und die Aussicht genossen.

Hermannshöhen

Weiter geht es nun über gut markierte und oft breite Forstwege. Störend ist der teilweise grobe Schotter. Augen auf und Füße hoch! Ein Blick zurück, von meinen Zwergen ist noch immer nichts zu sehen; ob ich es vor ihnen ins Ziel schaffen kann?! Diese moderate Steigung ist der Aufgalopp für zwei Kracher, die nun folgen werden. Bei Km 50,7 über die Straße und hinein in einen Anstieg, der mich 2 Kilometer lang beschäftigen wird. Immer wenn ich meine, ich sei oben, sehe ich eine Fortsetzung. Alter Schwede! Die Beine brennen, ich will nicht mehr! Ein Wanderer kommt mir entgegen und muntert mich auf: „Gleich geschafft!“ Dann endlich oben. Eggeberg (312 NN) heißt der Kamerad! Schön ist: Wer hoch steigt, kann weit gucken! 

Blick nach Norden: Am Horizont das 
Wiehengebirge, von dort kommen wir!
Ein Blick nach Süden, zu erkennen ist Halle, 
ein Vorort von Steinhagen!? 

Während ich bereits bergab laufe, befinden sich die anderen noch im Anstieg. Mit Stöcken ist man deutlich im Vorteil!

Hinauf zum Eggeberg (Foto von Lars)

Ging es zwei Kilometer bergauf, so folgen nun zwei Kilometer bergab bis Halle, zur Unterführung – und wieder bergauf! „Kaffeemühle 600 Meter“, besagt das Schild. Ich überlege, dort kurz einzukehren. Als ich die „Kaffeemühle“ nach mühsamer Steigung erreiche, ist mir klar: Nix Kaffee und nix Kuchen, nur Aussicht! 

Kaffeemühle

Den Namen „Kaffeemühle“ haben Haller Bürger vermutlich aus zwei Beweggründen zum Rufnamen des Pavillons erwählt. Zum einen ist die Form des Gebäudes unverkennbar einer kleinen Kaffeemühle ähnlich, zum anderen war das Gärtnerhaus eine Zeit lang Schankstube des Sonntagskaffees der Haller Bürger. Von hier aus können 34 Kirchtürme unterschieden werden, wobei die Türme von Münster und Hamm die entferntesten sind. Auch die fern gelegenen Berge von Kassel sind bei guten Bedingungen zu sehen.

Nochmals ein Abstieg und dann gönnt uns Ute eine letzte Quälerei. Zuvor lege ich eine kurze Pause ein, denn meine Garmin warnt vor schwachem Akku und verlangt nach der Powerbank. Vorbei an Haus Ascheloh führt nun der endlose Anstieg immer weiter hinauf auf den Hengeberg, auf Höhe 306 Meter, wo sich eine Schutzhütte befindet. Alter Falter! 59,5 Kilometer zeigt meine Uhr. Von meiner Zwergengruppe noch immer keine Spur.

Später Nachmittag am Hengeberg

Es ist etwa 17:50 Uhr, die Sonne macht sich auf den Weg zum Untergang, ich mache mich auf die letzten 3 Streckenkilometer. Nun fast ausschließlich bergab. Als ich auf den Wanderweg „Bergweltenweg“ treffe, kenne ich den Rest der Strecke. 600 Meter vor dem Ziel überhole ich Frank, der hier wandernd unterwegs ist. Der Rest ist der Wiesenweg zum Ziel Friedrichshöhe. Geschafft! 63 Kilometer und 1.365 Höhenmeter zeigt Garmin an, was von meinen Beinen vollumfänglich bestätigt wird. Nach und nach treffen dann auch die anderen Zwerge ein und ein besonderer Ultra geht zu Ende. Als Belohnung erhält jeder Finisher eine besondere Medaille. (Uwe 10:17:31 Std. Platz 8/16)

Besondere Auszeichung

Fazit: Eine abwechslungsreiche Strecke, deren Herausforderungen auf den ersten 7 und insbesondere auf den letzten 20 Kilometern liegen. Oder, wenn der Marathon voll ist, fängt dieser Ultra so richtig an!

22.3.25 Ultratrail Oerlinghausen

Um 8:00 Uhr gibt Uli Schilder nach einem kurzen Briefing den Start frei und das kleine Läuferfeld macht sich mit mir auf die Socken. Bei einem richtig kühlen Gegenwind lerne ich zunächst die City von Oerlinghausen kennen, bis es rechts ab auf den Schneiderbrink geht, wo mich eine erste Treppenanlage begrüßt. Prima! Bald bin ich auf der Hermannstraße Richtung Osten unterwegs. 

250 Treppenstufen

Bei Kilometer 1,8 erreiche ich ein gelbes Hinweisschild: Himmelsleiter! Eine echte Attraktion der Stadt, es geht nun 250! Treppenstufen hinauf zum Tönsberg. Alter Schwede! War mir unten noch kalt, oben glühen Oberschenkel und Kopf. Am Ausstieg befindet sich ein Turm, der Rest einer ehemaligen Windmühle mit Spitznahmen „Kumsttonne“. 

Kumsttonne

Die Stadt informiert: Auf dem Tönsberg (334 Meter über NN) in Oerlinghausen befindet sich dieser Windmühlenstumpf. Er ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Oerlinghausen. Die Mühle aus dem Jahr 1753 verlor bei einem Sturm die Flügel und blieb in diesem Zustand auf dem Berg stehen. Der Name Kumsttonne leitet sich vom Weißkohl ab (Kumst = Sauerkraut) und der Windmühlenstumpf erinnert an ein Kochgefäß.

Nachdem ich eine herrlich gelegene Gaststätte (Berggasthof Tönsblick) passiert habe, führt ein Trail bergab zu einem Sträßchen. Auf Straße und breiten Waldwegen lässt es sich nun gut laufen. 

Wassertretbecken

Unterhalb der Sachsenquelle befindet sich ein Wassertretbecken mit Hinweis auf den Feuersalamander, der hier im Bereich des Schnakenbaches vorkommen soll. Ab hier ist nun Schluss mit Kultur, es folgt Natur pur! Auf schmalen Wegen gelange ich zu km 4,6 wo eine kleine Ehrenrunde (1,4 km und 35 Hm) beginnt. Auf anderen Wegen hinauf zum Tönsberg mit der Hünenkapelle, Reste einer frühmittelalterlichen Kirche, und dann kommt die berüchtigte Steigung, heute allerdings bergab. 13mal habe ich diese bei meinen Hermannsläufen bezwungen. 

Streckentreffen

Bald erreiche ich die Stelle bei km 7, die Uli besondere erläutert hatte: Hier führt die Strecke links ab und später kommen wir vom Weg geradeaus zurück, um dann hier in den dritten Weg, ganz rechts abzubiegen. Also erst links ab, dem breiten Weg folgen. Kurz vor der folgenden Trailpassage über eine Bergkuppe bremst mich einmal mehr eine schöne Aussicht!

Aussicht nach Norden

Kilometer 8,3, hier gibt es ein 300 Meter langes Streckenteil, das ich später in anderer Richtung belaufen werde. Irgendwann geht es plötzlich links ganz steil bergab. Gut, dass es heute trocken ist, denn bei Nässe würde es hier eine ordentliche Rutschpartie geben! Der Weg führt dann quer durch eine Schonung, da der eigentliche Weg mit Brombeerranken verstopft ist. 

Überall wo die Bäume mit ihrem Schatten fehlen, machen sich Sträucher und Brombeeren breit. Nördlich von Stapelage geht die Strecke zur Abwechslung wieder über eine Straße. Nicht lange, dann führen Waldwege an einzelnen Gehöften und an einem Teich vorbei. Wieder hoch und runter.  Gefühlt mehr hoch! Schon steht wieder ein heftiger Anstieg an. Alter Falter! Es geht steil hoch zum Esbatzen 287 NN, um dann hinab zum VP zu laufen. 

Wanderweg „Auf den Spuren der Wildkatzen“
Verdiente Pausenstelle bei km 12

Nach einer Stärkung mache ich mich nun auf den Rückweg. Zunächst folge ich weiter dem Wanderweg „Auf den Spuren der Wildkatzen“ hin zum Hermannsweg, der hier schnurgerade verläuft. Gerade als es anfängst langweilig zu werden, verlasse ich die Waldautobahn, um links abzubiegen. Ein Pfad führt nun steil nach oben. > 20% Steigung über mehrere hundert Meter gehen mächtig in die Beine. Ein Querweg lässt mich hoffen! Vergebens, ich muss weiter bergauf. Alter Schwede! Auf dem Kamm nach rechts und sofort nach links und noch eine Steigung hinein ins Grüne. Ein dichter Teppich aus Bärlauch setzt einen farbigen Akzent, belohnt mich nach der Quälerei. 

Bärlauchfelder
Kammwegpfad

Nun folgt auf der Höhe (Stapelager Berge, 365 NN) ein herrlicher Trail mit Aussichten nach rechts und links. Umgestürzte Bäume müssen umlaufen oder überwunden werden. Es macht Spaß! Im folgenden Abstieg werde ich in Runde 2 den Veranstalter treffen, der mich nach einem Strauchler über Brombeerranken vor einem Sturz bewahren wird. Danke Uli!

Uli, der Veranstalter
Wappen = Segelflugzeug über Lippischer Rose
Sand ohne Ende!

Der Blick richtet sich nun nach Süden, wo der Truppenübungsplatz liegt und sich der mehrere Quadratkilometer große “Sandkasten“ zwischen Oerlinghausen und Augustdorf befindet. 

Kalksteinbruch

Dass es in Oerlinghausen nicht nur Sand gibt, beweist der Steinbruch. Hier wird im Teutoburger Wald Kalkstein abgebaut. Kaum habe ich das Foto gemacht, tauchen nach 23 Kilometern das Schwimmbad und das Ziel auf. 

Nach einer ordentlichen Verpflegung am Auto starte ich in die nächste Runde und „freue“ mich schon auf die „Himmelsleiter“ second edition!

Fazit: Ein anspruchsvoller Ultra mit abwechslungsreicher Streckenführung! Einige Trailpassagen, wenig Asphalt, viele Treppenstufen und ein unvergesslicher Anstieg. Wer den Tönsberg (Hermannslauf) mag, wird den Anstieg auf die Staperlager Berge lieben. Alle anderen werden fluchen!

Eversburger Gewässer Ultra 45k

Eine Streckenbeschreibung in Bildern

Startpunkt Parkplatz An der Landwehr, Osnabrück
Am Rubbenbruchsee nun rechts halten (anders als beim RuM)
Am Seeende weiter geradeaus bis zur Schutzhütte, hier rechts ab. Und wieder rechts durch den Wald zum See
Durch den Wald wie beim RuM

Zurück am See nun auf der anderen Seite, weiter vorbei am Café-Restaurant Rubbenbruchsee und zum Parkplatz. Möglichkeit zur Verpflegung.

Nun weiter entlang am Landwehrgraben mit Bach
Unter dem Zubringer zur A1 „OS-Hafen“ hindurch, danach die Straße an der Querungshilfe passieren
Mittig der Radweg, links der Bach, rechts die Siedlung
Die Gleisanlagen 1 unterqueren, danach rechts auf Pfad weiter
Die Atterstraße an der Fußgängerampel überqueren
Die Gleisanlagen 2 nun per Treppen unterqueren
Auf dem Radweg über die Hase
Schattiger Radweg entlang der Hase
Nach Unterqueren der Brückenstraße nun auf dieser zur Haster Schleuse
Wir begegnen alten Bekannten, den Windrädern auf dem Piesberg
Entlang am Kanal und vorbei am alten Kran am ehemaligen Schiffsanleger Piesberger Hafen
Nach dem Kanu-Club Osnabrück links ab auf Radweg
Zwischen Kanal und Hase ein Altarm der Hase
Entlang der Hase bis zur Siedlung
Durch die Siedlung bis zu Kapelle, nun rechts
Rechts vorbei an der Liebfrauenkirche
Auf Radweg parallel zur Gleisanlage 2
Auf Radweg hinab und auf Treppen zurück wie Hinweg.

Nun zurück wie auf Hinweg. Nach Unterqueren Gleisanlage 1 nun aber geradeaus halten. Dem Radweg zurück zum Parkplatz zum Ziel / zur nächsten Runde folgen. 15,1 km sind dort geschafft.

Am Beginn der nächsten Runde erwartet dich wieder der Rubbenbruchsee